Die aktuelle Krise trifft unsere Generation besonders hart. Innerhalb weniger Monate hat sich die Jugendarbeitslosigkeit mehr als verdoppelt: Rund 85.000 junge Menschen unter 25 Jahren sind aktuell ohne Job. Auch wir Lehrlinge haben gerade wenig zu lachen: Die Hoffnung, nach der Lehre direkt von unseren Lehrbetrieben übernommen zu werden, können viele von uns begraben. Die Gefahr, nach unseren Lehrabschlüssen in der Arbeitslosigkeit zu landen, steigt.

Auch in den Lehrbetrieben merken wir, dass die Zeiten ungemütlicher werden. Der ohnehin hohe Arbeitsdruck steigt weiter, während unsere Lehrlingsentschädigung in vielen Branchen nach wie vor ein schlechter Scherz ist. Die Unsicherheit, ob wir nach unserer Lehre übernommen werden, ist für viele eine große psychische Belastung.

Um noch mehr darüber zu erfahren, wie die Situation in den österreichischen Lehrbetrieben in diesen schwierigen Zeiten ist und mit welchen Problemen unsere KollegInnen zu kämpfen haben, führen AktivistInnen der Kommunistischen Jugend Österreichs (KJÖ) in diesen Tagen in ganz Österreich Gespräche mit anderen Lehrlingen.

Aufbauend auf diesen Ergebnissen wollen wir im nächsten Schritt gemeinsam mit euch gezielt Druck auf die Herrschenden machen, denn eines ist klar: Es darf nicht passieren, dass wir am Ende die Zeche für ihre Krise zahlen!

Wir sehen immer deutlicher, dass der Kapitalismus, in demwir heute leben, uns nichts zu bieten hat. Während für uns Unsicherheit, Konkurrenzdruck und Zukunftsängste zunehmen, „verdient“ sich eine kleine Minderheit auch in Krisenzeiten auf unser aller Kosten ein goldenes Naserl.

Während weltweit viele Millionen ArbeiterInnen und besonders oft junge Menschen ihre Jobs verlieren und vor dem finanziellen Nichts stehen, ist allein der Amazon-Chef Jeff Bezos heute um 25 Milliarden Dollar reicher als noch zu Beginn des Jahres. Sein Stundenlohn? Rund 15 Millionen Dollar. Und was verdienst du dir mit ehrlicher Arbeit pro Stunde? Dieses System ist doch krank!