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	<title>Frauen &#8211; Kommunistische Jugend Österreichs (KJÖ)</title>
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		<title>Keinen Schritt zurück!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[RedakteurIn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Mar 2014 11:11:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Zur Erinnerung: 1920 wurde im Bundesverfassungsgesetz im Allgemeinen Gleichheitsgrundsatz unter Abs. 1  festgelegt, dass alle StaatsbürgerInnen vor dem Gesetz gleich sind, unabhängig von Geschlecht, Klasse, etc. Unter Abs. 2-3 bekennen sich Bund, Länder und Gemeinden zur Gleichstellung von Mann und&#8230; <a class="continue" href="https://kommunistischejugend.at/2014/03/keinen-schritt-zurueck/">Weiterlesen<span> Keinen Schritt zurück!</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="https://kommunistischejugend.at/wp-content/uploads/2014/03/mehr_wert.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-136" alt="mehr_wert" src="https://kommunistischejugend.at/wp-content/uploads/2014/03/mehr_wert.jpg" width="296" height="209" /></a>Zur Erinnerung: 1920 wurde im Bundesverfassungsgesetz im Allgemeinen Gleichheitsgrundsatz unter Abs. 1  festgelegt, dass alle StaatsbürgerInnen vor dem Gesetz gleich sind, unabhängig von Geschlecht, Klasse, etc.<br />
Unter Abs. 2-3 bekennen sich Bund, Länder und Gemeinden zur Gleichstellung von Mann und Frau sowie dazu, dass Amtsbezeichnungen das Geschlecht des Trägers / der Trägerin zum Ausdruck bringen sollen.<br />
1985 wurden geschlechtsspezifische Stellenausschreibungen im öffentlichen Dienst gesetzlich verboten.<br />
In Österreich gab es erstmals 1987 linguistische Empfehlungen zur sprachlichen Gleichbehandlung von Frauen und Männern.</p>
<p>Das österreichische Normungsinstitut hat kürzlich auf Gegensätzliches plädiert. Nach deren Forderungen soll fortan auf weibliche Formen verzichtet werden und stattdessen mittels Generalklausel wieder auf ein einheitliches generisches Maskulinum (männliche Form, die die weibliche Personen inkludiert) zurück gegriffen werden. Außerdem sollen auch das Binnen-I sowie die weibliche Form von Akademischen Titel (Magistra/Mag.a oder Doktorin/Dr.in), die seit 1988 verankert ist, von der Bildfläche verschwinden. Diese Ablehnung stützt sich auf Seiten des österreichischen Normungsinstitutes auf die Argumentation einer sprachlich nicht korrekten Form.  Zur Folge hätte dies ein erneutes Verschwinden) der Frauen in sämtlichen Bereichen des Lebens (….) und entspricht einem Rückschritt in eine Zeit vor dem 18. Jahrhundert, als der Mann als DER Mensch gesehen wurde, und die Frau infolgedessen als eine „Sonderart“ angesehen wurde.</p>
<p>Den Menschen, die diesen Entwurf verfasst haben, ist wohl nicht bewusst, dass Sprache die Wirklichkeit mitformt und somit die Streichung von weiblichen Formen zum Verschwinden von weiblichen z.B. Leistungen beiträgt. Außerdem fühlen sich Frauen laut zahlreichen Studien weniger durch die männliche Form angesprochen und nicht „mitgemeint“ sowie dass weibliche Personen im Bewusstsein der Menschen nicht erkannt werden.</p>
<p>Ein Beispiel: „Ein Vater fuhr mit seinem Sohn im Auto. Sie verunglückten. Der Vater starb an der Unfallstelle. Der Sohn wurde schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert und musste operiert werden. Ein diensthabendes Mitglied des ärztlichen Personals eilte in den OP, trat an den Operationstisch heran, auf dem der Junge lag, wurde kreidebleich und sagte: „Ich bin nicht imstande zu operieren. Dies ist mein Sohn.“</p>
<p>Wie viele Menschen kommen hierbei auf die Idee, dass es sich um die Mutter des Kindes handelt? Schätzungsweise nicht viele. Und das sollte ein kleiner Beweis dafür sein, wie wichtig geschlechtergerechte Sprache für die Sichtbarmachung von Frauen in der Gesellschaft und der Bewusstseinsbildung von Menschen ist.</p>
<p>Aus unserer Sicht ist Sexismus in jeglicher Form abzulehnen und strikt zurückzuweisen. Keinen Schritt zurück mehr!</p>
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		<title>Von wegen equal rights!</title>
		<link>https://kommunistischejugend.at/2013/10/von-wegen-equal-rights/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[RedakteurIn]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Oct 2013 10:42:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitskampf]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
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		<category><![CDATA[Sozialpartnerschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute, 8.Oktober, ist der sogenannte „equal-pay-day“. Also jener Tag, ab dem Frauen bis Ende des Jahres kein Gehalt mehr bekommen. Hört sich grotesk an, ist aber so: da Frauen im Durchschnitt beinahe ein Drittel weniger verdienen wie ihre männlichen Kollegen,&#8230; <a class="continue" href="https://kommunistischejugend.at/2013/10/von-wegen-equal-rights/">Weiterlesen<span> Von wegen equal rights!</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="https://kommunistischejugend.at/wp-content/uploads/2013/10/Equal-Pay-Day-ÖGB1.jpg"><img decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-136" alt="Equal Pay Day ÖGB" src="https://kommunistischejugend.at/wp-content/uploads/2013/10/Equal-Pay-Day-ÖGB1.jpg" width="191" height="275" /></a>Heute, 8.Oktober, ist der sogenannte „equal-pay-day“. Also jener Tag, ab dem Frauen bis Ende des Jahres kein Gehalt mehr bekommen. Hört sich grotesk an, ist aber so: da Frauen im Durchschnitt beinahe ein Drittel weniger verdienen wie ihre männlichen Kollegen, hackeln sie dementsprechend drei Monate unbezahlt.</p>
<p style="text-align: justify;">Kritiker argumentieren immer damit, dass es gesetzeswidrig sei, Frauen für die gleiche Anstellung wie Männern einen geringeren Stundenlohn zu bezahlen, da vor dem Gesetz eben beide Geschlechter gleichberechtigt sind und man möge ihnen ein solches „Beweisstück“ zeigen. Aber so blöd sind Unternehmer dann auch wieder nicht, sich strafbar zu machen, und für den exakt gleichen Arbeitsvertrag unterschiedliche Gehälter zu verteilen. Viel eher muss beachtet werden, dass Frauen in der Regel zu schlechteren Arbeitsverträgen angestellt werden, ihnen Aufstiegschancen erschwert werden oder sie in „flexibler“ Teilzeit arbeiten. Tatsächlich ist es häufig so, dass im Dienstvertrag eine Kleinigkeit unterschiedlich zu dem der männlichen Arbeitenden steht; das Gehalt allerdings um ein Viertel geringer, obwohl sie in der Praxis die gleiche Arbeit machen!</p>
<p style="text-align: justify;">Eine weitere Entwicklung ist zu beobachten: Frauen sind nicht nur aus oben genannten Gründen ökonomisch benachteiligt, sondern auch dadurch, dass ganze Branchen schlechte Dienstverhältnisse mit sich bringen. Nämlich die „typisch weiblichen“ wie der Einzelhandel, die Sozialarbeit und zunehmend auch die Leiharbeit. Eine Supermarktkassiererin hebt pro Tag um die 600 kg, ist öffentlichem Druck ausgesetzt und fängt man einmal ein Gespräch mit ihr an, so stellt sich schnell heraus, dass es kaum einen Supermarkt ohne permanenten Personalmangel gibt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Doch es reicht nicht, all diese Missstände nur einmal im Jahr, dem equal-pay-day, aufzuzeigen. Der Kampf ist 365 days a year! In diesem Sinne: auf in einen heißen Herbst für die Kollektivvertragsverhandlungen!</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Das Lokal</title>
		<link>https://kommunistischejugend.at/2012/09/das-lokal/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[RedakteurIn]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Sep 2012 22:56:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
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					<description><![CDATA[statt eines Fazits: eine Kurzgeschichte. Am Nachmittag quetschte sich Karin durch die Tür des Lagerraums, der gleichzeitig als Büro diente. Sie putzte sich an der Schürze ab, hing die Geldbörse eh noch? Ja. Harald saß an einem viel zu winzigen&#8230; <a class="continue" href="https://kommunistischejugend.at/2012/09/das-lokal/">Weiterlesen<span> Das Lokal</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2><span style="color: #ff0000;">statt eines Fazits: eine Kurzgeschichte.</span></h2>
<p>Am Nachmittag quetschte sich Karin durch die Tür des Lagerraums, der gleichzeitig als Büro diente. Sie putzte sich an der Schürze ab, hing die Geldbörse eh noch? Ja. Harald saß an einem viel zu winzigen Schreibtisch in diesem viel zu kleinen, dunklen und engen Hinterzimmer, zwischen Bierkisten, Erdäpfeln und Kaffeebohnen, ein kleiner Kasten im Rücken, der über und über beladen war, die Bretter hingen leicht durch. Ein schmales Fenster an der Stirnseite warf einen Fetzen Licht auf das Buch, über dem Harald, der im Lokal eigentlich Kellner war, mit faltiger Stirn saß und las. Er leckte kopfschüttelnd seinen Zeigefinger ab und blätterte um.</p>
<p>„Und, hast wos?“, fragte Karin leise, denn es herrschte noch Betrieb, und vielleicht, wer weiß, horchte wer zu hinter der Tür. Harald nickte, ohne aufzublicken.</p>
<p>„Jo, die Sau hot uns beschissn und belogen.“</p>
<p>Karin presste die Lippen aufeinander. Also doch. Die vielen Überstunden, die Spätschichten, genau wie sie gedacht hatte.</p>
<p>„Und mir san ned die einzigen. Bei die ondaren hoda a mi’m Rotstift nachgeholfen.“</p>
<p>„Und des siechst aus den Zahlen?“, fragte sie und deutete darauf. Harald nickte, der ungläubige Blick wich jedoch nicht vom Buch. Genau, wie es sich die beiden also gedacht hatten. Der Chef war vor ein paar Tagen mit einer neuen Uhr aufgetreten. Hätte Harald nicht zwei mal hingeschaut, dann wäre die goldene Armbanduhr kaum aufgefallen. 35000 laut Internet. Das hätte der Chef nicht machen sollen, nicht in diesen Zeiten. So dumm musste man erst einmal sein. Das Lokal geht schlecht, sagte er immer, obwohl es immer voll war. Alle Kosten sind zu decken, sagte er immer, und dies und jenes und die Tafel über dem Haupteingang. Da stand es. Für jeden sichtbar. Da stand einssieben für Karin, dabei hatte sie seit Monaten nur einsdrei bekommen, sie verstehe das doch, oder etwa nicht, harte Zeiten, Vollgas, und er mache doch auch Abstriche. Kann sein, hatte sie gesagt, und dabei schnaubend an ihre kleine Tochter gedacht. Gesagt hatte Karin nicht, was sie wirklich dachte, denn dann wäre sie den Job schneller los geworden, als ihr lieb war, das kannte sie schon. Bloß nicht aufmucken, weil sonst AMS und eh schon wissen. Und wer nimmt schon eine ledige Mutter? Zu dem Stundenlohn? Was stellen Sie sich vor, junge Frau? Sind Sie deppert, junge Frau? Das wollte sie dem Mädchen nicht antun, aber dann fiel Harald die Uhr auf, und da stand zweineun für die neue Tafel über dem Haupteingang. Aber da hing immer noch die alte Tafel, welche vor fünfzehn Jahren, als der Chef aufgemacht hatte, dort angebracht worden war. Aber da hing immer noch die alte Tafel, deren Neonschrift-Röhren nach und nach durchgebrannt waren. Allein machen sie dich ein, den Spruch hatte Karin mal irgendwo aufgeschnappt, aber jetzt hatte sie ja zumindest Harald.</p>
<p>Und was war schon das schlimmste, was geschehen konnte? Wenn sie den Chef beeindruckten, würden sie ihr Geld wiedersehen. Und er konnte sie kaum feuern. Mit diesem Beweis. Also es wäre ihm kaum möglich, alle zu feuern, weil einer oder mehrere, die würden vielleicht sogar auspacken, und dann würde es sehr peinlich werden.</p>
<p>Und dann standen sie vor den Kollegen, dem Koch, dem Barkeeper und den anderen zwei Kellnern. Und sie sagten nichts, sie legten einfach nur nach Geschäftsschluss das Kassenbuch auf die Theke. Und blätterten darin. Und als sie ein, zwei Stunden darin geblättert hatten, hin und her, ungläubig, da pressten die Kerle die Lippen zusammen, sahen sich an, schüttelten den Kopf, schauten zu Boden, sahen sich wieder an, dann Karin, und sie nickten. Michel, der Barkeeper, schenkte sich zwei Finger breit ein, leerte es in einem Zug runter. Beruhigte ihn.</p>
<p>Am Abend las Karin ihrer Tochter das Märchen von der Rübe vor. Wie es dem Großvater nicht gelang, diese riesige Rübe selber heraus zu ziehen, und er die Großmutter, die Enkel, den Hund rief, aber die Rübe wollte einfach nicht. Dem Großvater war das schon peinlich genug. Trotzdem rief er noch die Katze, aber erst als die Maus die Katze beim Schwanz, die Katze den Hund bei der Rute, der Hund das Kind am Hosenbund, das Kind die Großmutter am Rocke, die Großmutter den Großvater am Gürtel, und dieser die Rübe am Laub packte, erst dann – mit einem Ruck – sprang die Rübe aus dem Erdreich hervor. Die Tochter kugelte sich vor Lachen im Bett. Dann ein Kuss, gute Nacht, bis morgen, Licht aus, Tür zu. Als sie zum Küchenfenster hinaus rauchte, dachte Karin an die Rübe. Als sie sich die Zähne putzte, dachte Karin an die Rübe. Und als sie endlich ins Bett ging, das heißt, nachdem sie die Ausziehcouch im Wohnzimmer ihrer Zweizimmerbude ausgezogen hatte, dachte Karin an die Rübe. Die Rübe steckte in allem.</p>
<p>Am nächsten Tag erschienen sie alle überpünktlich. Der Chef hatte sich angekündigt, heute da zu sein. Er erwartete Gäste, wie er sagte, geschäftlich, es habe etwas mit der Renovierung des Lokals und mit dem Schild zu tun, ja das Schild eben. Es sei nicht mehr weit, und er habe ja genügend zur Seite gelegt, dann könnten sie alle einen tollen Neustart hinlegen, Neueröffnung, leiwand, nicht, und er könne alle endlich wieder normal bezahlen, so in zwei, drei Monaten, wenn alles wieder besser liefe.</p>
<p>Am späten Nachmittag waren die Schlipsträger endlich gegangen, die Studenten eingekehrt, also hatte man zunächst Ruhe, denn Studenten sind ja knapp und daher trinken sie zumindest tagsüber wenig in den Lokalen. So gingen alle bis auf den Chef in die Küche, und als der Chef merkte, dass sein Personal verschwunden war, da lockte es auch ihn in die Küche. Sie putzten sich die Hände an den Schürzen ab, stemmten die Arme in die Seiten oder verschränkten sie vor der Brust. Und sie schauten dabei zuwider drein. Also bis auf Karin, die schaute eigentlich recht frech drein.</p>
<p>„Chef“, sagte einer, „warum redet man eigentlich mit den Schlipsträgern über neues Geschirr, wenn man es sich nicht leisten kann?”</p>
<p>„Na, man kann sich ja mal umhören.“, antwortete der Chef.</p>
<p>„Und das Schild?“, fragte Karin. Der Chef stockte.</p>
<p>„Was für ein Schild?“, fragte er zurück. Und da knallte Harald das Buch auf den Tisch. Er machte die Seite mit der Buchung, wo „Schild“ vermerkt war und einssieben, „Schild“ war rot eingekringelt.</p>
<p>„Ach, das Schild.“, sagte der Chef, und verschmitzt rieb er sich mit der flachen Hand über Wange und Kinn, stumm stand er da, und seine Belegschaft stand ihm stumm gegenüber, mit scharfem Blick und verschränkten Armen. Einen Finger kannst du brechen, hat mal einer gesagt, aber zusammen, hat derselbe gesagt, zusammen sind sie eine Faust. Und deshalb standen sie da, sie wussten, allein macht er sie ein, aber gemeinsam, gemeinsam hatten sie eine Chance. Harald hatte gesagt, Finanzamt und Arbeitsgericht fänden das sicher interessant mit den verschiedenen Büchern, oder mit dem Unterschied zwischen Buch und Kontoauszügen. Hätte Harald das dem Chef allein gesagt, oder hätte Karin es gesagt, Karin wäre wahrscheinlich noch schneller draußen gewesen, ihr Ruf ruiniert, und wer nimmt schon eine junge Mutter, die kostet ja zu viel, denken sich die Bosse, und werden auch noch schwanger, das ist das Risiko, denken sich die Bosse, aber gemeinsam, gemeinsam zählten sie mehr. Jeder für sich war schon gut, aber gemeinsam, gemeinsam waren sie doch besser. Wie bei der Arbeit: da konnte der Harald auch nie allein kellnern. Und Michel stand ja immer hinter dem Tresen, der konnte schlecht zapfen und mixen und die Leute bedienen, das würde ja ewig brauchen. Und die zwei anderen, die Studenten, die verstanden ja nichts von der Küche, aber Teller tragen konnten sie. Also alle waren voneinander irgendwie abhängig, aber keinesfalls vom Chef, wobei jeder einzelne schon, weil er gab ihnen ja Arbeit. Aber dann wieder zusammen, zusammen könnten sie theoretisch den Chef raus hauen oder reinreiten, je nachdem, wie es einem eher gefällt, und dann das Lokal übernehmen. Weil ganz allein war der Chef ja auch aufgeschmissen, und bis neue angelernt waren und so, das dauert immer. Also jedenfalls und schlussendlich hatten sie sich zusammen gerauft und auf ein Packel gehaut und waren vor den Chef getreten, und der Chef stand ziemlich schlecht da. Entweder, er haute alle raus, aber das ging schwer, oder er verstand, was Sache war. Vor ihnen ragte eine riesige Rübe aus dem Erdreich. Karin hatte angepackt, Harald und Michel auch, der Koch und sogar die Studenten. Und der Chef stand ziemlich schlecht da, denn er zerrte in die andere Richtung.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Rechte Frauenbilder gestern und heute.</title>
		<link>https://kommunistischejugend.at/2012/09/rechte-frauenbilder-gestern-und-heute/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[RedakteurIn]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Sep 2012 22:45:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Antifaschismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Von Mutterkreuzen, Skin-Girls und „MenschInnen“ Die Situation der Frauen ist stets ein Gradmesser für den sozialen Fortschritt einer Gesellschaft. Der Faschismus bedeutet freilich nicht Fortschritt, sondern ein brutales Zurückdrehen am Rad der Geschichte – auch im Hinblick auf die Stellung&#8230; <a class="continue" href="https://kommunistischejugend.at/2012/09/rechte-frauenbilder-gestern-und-heute/">Weiterlesen<span> Rechte Frauenbilder gestern und heute.</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Von Mutterkreuzen, Skin-Girls und „MenschInnen“</strong></span></p>
<p>Die Situation der Frauen ist stets ein Gradmesser für den sozialen Fortschritt einer Gesellschaft. Der Faschismus bedeutet freilich nicht Fortschritt, sondern ein brutales Zurückdrehen am Rad der Geschichte – auch im Hinblick auf die Stellung der Frau.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Frauen im Nazi-Faschismus</strong></span></p>
<p>Die nazistische Ideologie sah für Frauen die Rolle als Hausfrau, Mutter und „Gefolgschaft“ des Mannes vor. Darauf wurden Mädchen bereits in der Schule gedrillt, der Unterricht umfasste Säuglings- und Krankenpfl ege sowie Hausarbeit. Mädchengymnasien wurden im Jahr 1938 abgeschafft, an den Universitäten durften nur mehr 10 Prozent der Studierenden weiblich sein.</p>
<p>Die Ehe galt den Nazis als „Keimzelle der Volksgemeinschaft“, deren Aufgabe die Zeugung vieler deutscher Kinder – Kanonenfutter künftiger Kriege – war, Abtreibung stand demnach unter schwerer Strafe. Dem faschistischen Mutter- und Rassenkult entsprach auch die Vergabe von Mutterkreuzen an „arische“ Mütter, der Muttertag wurde von den Nationalsozialisten zum Feiertag erklärt – als Gegenstück zum fortschrittlichen Internationalen Frauentag am 8. März. Mit Kriegsverlauf musste das Frauenbild den militärischen und wirtschaftlichen Erfordernissen angepasst werden, Frauen wurden als Arbeitskräfte in der Rüstungsindustrie eingesetzt und mussten schließlich gar als letztes Aufgebot der Heimatfront als Flakhelferinnen dienen.</p>
<p>Das Leben im nazi-faschistischen Staat war auch für Frauen straff organisiert, dazu dienten der Bund Deutscher Mädel (BDM) und die Nationalsozialistische Frauenschaft (NSF). Ziel dieser Verbände war die Disziplinierung und Indoktrinierung von Frauen im Sinne der faschistischen Ideologie.</p>
<p>Frauen und Männer, die sich dem System mutig widersetzten, bekamen dessen brutale Härte zu spüren. Für weibliche Häftlinge wurden eigene Frauenkonzentrationslager eingerichtet, das bekannteste ist das KZ Ravensbrück, in dem zehntausende Frauen aus Gründen rassistischer oder politischer Verfolgung ums Leben kamen. In den Konzentrationslagern standen Gewalt und Vergewaltigungen, Unterernährung, Arbeit bis zur Erschöpfung und Zwangsprostitution auf der Tagesordnung. Aus den von der Wehrmacht besetzten Gebieten wurden hunderttausende, vor allem sowjetische und polnische Frauen zur Zwangsarbeit im Deutschen Reich eingesetzt. In den Vernichtungslagern wurden Millionen Jüdinnen sowie Roma- und Sinti-Frauen ermordet.</p>
<p>Frauen waren aber nicht nur auf der Opferseite zu finden, als überzeugte Parteimitglieder, KZ-Aufseherinnen, Ärztinnen in Tötungskliniken oder Schreibtischtäterinnen waren sie Teil der NS-Terrormaschinerie.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Rechte Frauenbilder heute</strong></span></p>
<p>Rechtsextremismus wird bis heute vorwiegend als „männliches“ Phänomen wahrgenommen, seit der Kandidatur der strammrechten FPÖlerin Barbara Rosenkranz für die Bundespräsidentschaft (15,2 Prozent!) sollte man aber wissen, dass das nur die halbe Wahrheit ist. Neben engen Kontakten nach ganz rechtsaußen hebt sich die niederösterreichische Landesrätin (!) besonders durch ihre reaktionären Frauenpositionen hervor. Sich selbst bezeichnet die zehnfache Mutter trotz Politkarriere als „Hausfrau“, ihre Kinder tragen übrigens allesamt germanische Namen wie Mechthild, Hildrun, Wolf oder Alwine. Ihre Vorstellungen zu Geschlechterpolitik legte sie etwa in ihrem Buch „MenschInnen“ – erschienen 2008 im rechtslastigen Grazer Ares- Verlag – dar, sie zeichnet das vermeintliche Schreckensbild von Gender Mainstreaming als Auflösung der Geschlechter, vorangetrieben durch sexuelle Randgruppen. Fehlen darf in dieser Verschwörungstheorie freilich der Marxismus nicht, der bei all dem die Fäden ziehe. Als Kampfschrift gegen die Sichtbarmachung von Frauen in der Sprache fand das Buch nicht nur Anerkennung in Burschenschafterbuden, sondern etwa auch in der Tageszeitung Die Presse.</p>
<p>Während im FPÖ-Parteiprogramm verniedlichend die Familie „als Gemeinschaft von Mann und Frau mit gemeinsamen Kindern“ zur „Keimzelle für eine funktionierende Gesellschaft“ erklärt wird, spricht die Amstettener FPÖ-Stadträtin Brigitte Kashofer Klartext: Ihre Meinung nach sind Frauenhäuser „an der nachhaltigen Zerstörung von Ehen und Partnerschaften maßgeblich beteiligt“, Gender Mainstreaming sei gar „die Fortsetzung des 2. Weltkrieges mit effektiveren Waffen“!</p>
<p>Auch noch weiter rechts spielen aktive Frauen sowie Bestrebungen, Frauen für antiemanzipatorische Politik zu organisieren, eine Rolle. Unter den AutorInnen rechtsextremer Publikationen in Österreich wird der Anteil von Frauen auf etwa zehn Prozent geschätzt, höher ist dieser Anteil – ganz nach faschistischer Ideologie – im Bereich rechtslastiger Kultur- oder Sportorganisationen. Als Pendant zu den männlichen Burschenschaften wurde im Jahr 1988 die „Mädelschaft Freya“ als „nationale Studentinnenvereinigung“ in Wien gegründet. Noch kaum aus Deutschland übergeschwappt zu sein scheinen bisher aber subkulturelle Erscheinungen wie Frauenorganisationen im Umfeld neonazistischer „Freier Kameradschaften“ oder Skin-Girls bzw. Renees, die mittels pseudoemanzipatorischer Ansätze dem alten Denken einen neuen Anstrich geben wollen. Wie immer, wenn es um Neofaschismus geht, gilt es aber auch hier wachsam zu sein!</p>
<blockquote><p><span style="color: #ff0000;"><strong>Rosa Hofmann: Kämpferin gegen den Faschismus</strong></span></p>
<p>Rosa war Leiterin der Salzburger Gruppe des Kommunistischen Jugendverbands (KJV) und wurde für ihren Widerstand gegen die Nazi-Diktatur im Alter von 23 Jahren hingerichtet. 1919 in Linz geboren, wuchs Rosa in einer ArbeiterInnenfamilie auf und arbeitete als Näherin in Salzburg. Während der austrofaschistischen Diktatur kam sie in Kontakt mit dem illegalen KJV, engagierte sich dort und wurde schließlich 1941 Leiterin des KJV Salzburg. Hofmann und ihre GenossInnen hatten Kontakt zur kommunistischen Gruppe „Soldatenrat“ aus Wien und verteilten deren Flugblätter gegen Krieg und Faschismus an Orten, die häufig von Soldaten frequentiert wurden: Am Salzburger Hauptbahnhof oder in der Nähe von Kasernen und Lazaretten. Am 16. April 1942 wurde Hofmann schließlich verhaftet und wurde am 29. Juni 1942 der „Wehrkraftzersetzung in Verbindung mit landesverräterischer Feindbegünstigung und Vorbereitung zum Hochverrat“ angeklagt. In Berlin fand am 15. Dezember 1942 der Prozess statt. „Sie hat sich als eine so gewissenlose und zu verachtende Feindin ihres Volkes gekennzeichnet, dass in dessen Reihen für sie kein Platz mehr ist.“, begründeten die Nazĳuristen den Mord an der Widerstandskämpferin. Rosa wurde am 9. März 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. In ihrem letzten Brief schrieb sie: „Ich hoffe halt, dass das Gnadengesuch Erfolg hat. Wenn nicht, kann man auch nichts mehr ändern, abgefunden habe ich mich schon derzeit. Ihr glaubt nicht, wie viele dasselbe hier mitmachen wie ich. Sehnsucht habe ich nach Euch und den Bergen…“.</p></blockquote>
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			</item>
		<item>
		<title>Abtreibung ist ein Recht. Basta.</title>
		<link>https://kommunistischejugend.at/2012/09/abtreibung-ist-ein-recht-basta/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[RedakteurIn]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Sep 2012 22:41:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Abtreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
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		<category><![CDATA[Sex]]></category>
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					<description><![CDATA[Grundsätzlich gilt: der Körper eines jeden Menschen gehört ihm selber. Das heißt, die Kontrolle darüber, was mit ihm anzustellen ist, muss jedem Menschen selber überlassen sein. Nicht umsonst wird der Kerkerhäftling gerade dadurch unterdrückt und in seiner Freiheit eingeschränkt, indem&#8230; <a class="continue" href="https://kommunistischejugend.at/2012/09/abtreibung-ist-ein-recht-basta/">Weiterlesen<span> Abtreibung ist ein Recht. Basta.</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Grundsätzlich gilt: der Körper eines jeden Menschen gehört ihm selber. Das heißt, die Kontrolle darüber, was mit ihm anzustellen ist, muss jedem Menschen selber überlassen sein. Nicht umsonst wird der Kerkerhäftling gerade dadurch unterdrückt und in seiner Freiheit eingeschränkt, indem man seinen Körper in Ketten legt, ihm schadet. Darum sind ja Sklaverei und Folter durch die Menschenrechte verboten. Zuerst bricht man dem Kerkerhäftling die Beine und die Arme, um schließlich seinen Willen zu brechen. Diesem Häftling gelingt es nun kaum, sich zum Klo zu schleppen. So ist ihm die Möglichkeit, sein Schicksal selber zu lenken, um so mehr genommen, je erschöpfter er durch die Schmerzen und die Pein ist.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Der weibliche Körper</strong></span></p>
<p>Da die Frau ein Mensch ist, hat sie im selben Ausmaß das Recht, frei über ihren Körper zu bestimmen. Sie hat das Recht, sich anzuziehen, wie sie will, zu schlafen, mit wem sie will, sich zu bewegen, wie sie will. Und eben auch zu bestimmen, was sie nicht will. Dies gilt spätestens, seit sie die alten Ketten des Hauses gesprengt und den Kerker des Mannes hinter sich gelassen hat. Zumindest theoretisch. Denn sie will, frei nach Brecht, „unter sich keinen Sklaven seh’n, und über sich keinen Herrn!“ Das trifft im doppelten Sinne des Wortes zu.</p>
<p>Die Frau ist es letzten Endes, welche die größte Last zu tragen hat, wenn sich ein Kind ankündigt. Ein Mann kann nicht schwanger werden. Er steht nicht neun Monate in der Früh auf, um sich zu übergeben. Er hat nicht mit erheblichen körperlichen Beeinträchtigungen zu leben. Es ist auch nicht die Frau, die während der Schwangerschaft vom Kind davon laufen kann. Sie trägt die Hauptverantwortung für die Frucht, welche in ihr heran reift. So muss sie in letzter Konsequenz auch entscheiden dürfen, ob die Frucht abzutreiben ist oder nicht, falls ein Kind nicht in ihre Lebensplanung passt.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Die Herren und ihre Meinung</strong></span></p>
<p>Das sehen naturgemäß nicht alle so. Diejenigen, die am lautesten gegen Abtreibungen anbrüllen, sind bezeichnenderweise Herren, Männer in Machtpositionen. Diese Herren bestimmen die gesellschaftliche Ordnung, die Gesetze, die Kultur, die Religion. In Sachen Abtreibung sind es zynische Argumente, welche seit jeher gegen das Selbstbestimmungsrecht der (schwangeren) Frau angeführt werden.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Argument 1: Abtreibung ist Mord, denn so wird ungeborenes Leben getötet.</strong></span></p>
<p>Dieses Argument wird gerne von christlichen FundamentalistInnen und der Kirche angeführt. Biologen wissen: bereits eine Zelle lebt. Es braucht zumindest eine Samen- und eine Eizelle, um (tierisch-menschliches) Leben zu schaffen. Aus zwei gegensätzlichen, doch lebendigen Dingen entsteht durch deren Verschmelzung ein höheres Wesen. So ist die Gegenfrage zu stellen, warum sich Gott unkontrollierte Samenergüsse und Menarchen1 ausgedacht hat, um körperliche Reife zu signalisieren. Bei diesen Mechanismen – wie mit jeder anderen Menstruation und jedem „ziellosen“ Samenerguss – sterben unzählige Zellen. FundamentalistInnen werden schnell in eine Zwickmühle geraten. Denn mit der “Erfindung” dieser Mechanismen hätte Gott bewusst etwas geschaffen, das permanent und in alle Zeit den Tod ungeborenen Lebens hervor ruft. Und dies recht unabhängig vom Einfluss des Menschen, in dessen Körper diese biologischen Prozesse ablaufen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Argument 2: Bei den Verhütungsmitteln, die heute überall zugänglich sind, ist jede selbst schuld, die trotzdem schwanger wird.</strong></span></p>
<p>Einerseits ist Verhütung nicht nur Frauensache. Ein Kerl kann etwa genauso gut Kondome kaufen oder etwas zur Pille beisteuern. Was das Kondom2 angeht: es gilt zwar als eines der sichersten Verhütungsmittel und hat im Gegensatz zur Pille keine Nebenwirkungen. Dennoch kann es abrutschen, platzen, reißen. Daran ist meist niemand „schuld“, es sei denn, es wurde nicht richtig aufgezogen. Andererseits ist die Sexualkunde in Österreich so mangelhaft, dass die Schule erhebliche Mitschuld an der Unwissenheit unserer AltersgenossInnen hat. Studien haben in den vergangenen Jahren festgestellt, dass sich die Sexualkunde stärker an der  Lebensrealität junger Menschen orientieren müsste als an rein biologischen Fakten, um nachhaltig wirkungsvoll zu sein.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Argument 3: Abtreibungen sind lebensbedrohlich.</strong></span></p>
<p>Zum Glück leben wir nicht mehr in einem Land, in dem es wie in Qualtingers Lied von der alten Engelmacherin3 zugeht: „Und woa ihr Werkzeig einmal nicht ganz antiseptisch / dann machte sie statt einem Engerl zwei!“</p>
<p>Seitdem die Abtreibung in Österreich einigermaßen legal ist (siehe Infokasten), kann sie unter Bedingungen vollzogen werden, welche die Schwangere so gut wie gar nicht gesundheitlich gefährden.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Argument 4: Frauen und Mädchen, die abgetrieben haben, werden depressiv.</strong></span></p>
<p>Menschen, die abgetrieben haben, geraten sicher in eine Trauerphase, ganz gleich, wie richtig oder notwendig4 der konkrete Schritt war. Es kommt jedoch auf das soziale Umfeld, also Familie, Freunde, den Erzeuger/Partner an, wie stark diese Trauer wird, ob sie in eine Depression ausartet. Dabei gilt: je verständnisvoller und unterstützender das Umfeld des Mädchens/der Frau in dieser Zeit ist, desto leichter wird sie über eine Abtreibung hinweg kommen. Vielleicht wird sie sich aber auch aus dem selben Grund für das Kind entscheiden. Das Umfeld hat die Schwangere in jedem Fall zu unterstützen. Die letzte Konsequenz muss sie jedoch selber ziehen. Niemand darf sie bedrängen. Es ist ihr alleiniges Recht (und damit ihre Pfl icht), die letzte Entscheidung unabhängig zu treffen.</p>
<p>&#8212;</p>
<p>1 So nennen Mediziner die allererste Monatsblutung.</p>
<p>2 Kondome schützen nicht nur vor ungewollten Schwangerschaften, sondern auch – und das ist ebenso wichtig – vor sexuell übertragbaren Krankheiten.</p>
<p>3 Eine „Engelmacherin“ nahm früher mit meist primitiven Methoden und unter unhygienischen Bedingungen illegale Abtreibungen vor.</p>
<p>4 Etwa dann, wenn durch die Austragung der Frucht die Gesundheit der Mutter ernsthaft in Gefahr ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p><strong>Infokasten Abtreibung</strong></p>
<p>Seit 1975 gilt in Österreich die Fristenregelung. Das bedeutet, die Schwangere kann innerhalb der ersten drei Monate eine Abtreibung vornehmen lassen, wenn ein Arzt sie zuvor beraten hat. Jedoch ist niemand verpflichtet, dem Wunsch der Schwangeren nachzukommen, was besonders im Westen (Salzburg, Tirol, Vorarlberg) zu einer schlechten Versorgung führt. Spätere Abtreibungen sind straffrei, wenn die Schwangerschaft für die Betroffene unmittelbare Lebensgefahr oder eine ernste Gesundheitsgefährdung bedeutet, die Betroffene bei der Schwängerung noch nicht 14 Jahre alt war, oder die ernste Gefahr besteht, dass das Kind schwer behindert geboren würde.</p>
<p>In Österreich kostet eine Abtreibung bis zu 1000 Euro. Die Krankenkassen tragen die Kosten meist nicht. In 95 Prozent der Fälle erfolgt die Abtreibung unter beaufsichtigter Medikamenteneinnahme. Es gibt aber auch chirurgische Methoden.</p>
<p><strong>Nützliche Links zum Thema:</strong><br />
<strong>www.abtreibung.at</strong><br />
<strong>www.gynmed.at</strong></p></blockquote>
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			</item>
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		<title>Sind Universitäten in der Frauenfrage ein Vorbild?</title>
		<link>https://kommunistischejugend.at/2012/09/sind-universitaten-in-der-frauenfrage-ein-vorbild/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[RedakteurIn]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Sep 2012 22:31:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Studium war für Frauen über Jahrhunderte hinweg keine Selbstverständlichkeit. So war zum Beispiel Gabriele Possanner im Jahr 1897 die erste Frau in Österreich, die im Fach Medizin promovierte. Heute stehen die Universitäten den Frauen offen, aber können wir daraus&#8230; <a class="continue" href="https://kommunistischejugend.at/2012/09/sind-universitaten-in-der-frauenfrage-ein-vorbild/">Weiterlesen<span> Sind Universitäten in der Frauenfrage ein Vorbild?</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Studium war für Frauen über Jahrhunderte hinweg keine Selbstverständlichkeit. So war zum Beispiel Gabriele Possanner im Jahr 1897 die erste Frau in Österreich, die im Fach Medizin promovierte. Heute stehen die Universitäten den Frauen offen, aber können wir daraus schließen, dass damit die Gleichberechtigung der Frauen erreicht ist? Leider ist diese Frage immer noch mit einem klaren „Nein“ zu beantworten!</p>
<p>Ein kurzer Blick auf die Universitätslandschaft genügt, um festzustellen,<br />
… dass der Frauenanteil unter dem Lehrpersonal an österreichischen Universitäten nach wie vor unterrepräsentiert ist und weiterhin von Männern dominiert wird!<br />
… dass zwar die Anzahl der weiblichen Studierenden im Vergleich zur ihren männlichen Kollegen höher ist, doch im Bereich der Doktorate und vor allem bei Habilitationen holt die Realität uns wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, denn hier ist die Frauenquote sehr, sehr niedrig!<br />
… dass die Bereiche der Leitungsfunktionen und Kommissionen an den Universitäten ebenfalls männlich dominiert sind!</p>
<p>Diese Liste ließe sich beliebig weiterführen, es sind nur einige wenige Aufzählungen von Bereichen, in denen die Gleichstellung auch im Jahre 2012 nicht gegeben ist, auch wenn es vielerorts anders dargestellt wird. Unsere Gesellschaft ist von einer echten Gleichberechtigung der Geschlechter noch weit entfernt.</p>
<h3><span style="color: #ff0000;"><strong>Ungenutzte Qualifikationen</strong></span></h3>
<p>Spätestens nach Beendigung des Studiums holt die Wirklichkeit</p>
<p>der fehlenden Gleichberechtigung und der ungleichen Chancenverteilung die Frauen wieder ein. Frauen haben die schlechteren Aufstiegschancen und verdienen nach wie vor bis zu einem Drittel weniger als Männer, die Forderung nach gleicher Bezahlung für gleichwertige Arbeit ist immer noch nicht erfüllt.</p>
<p>Auch die Karriereplanung von weiblichen Studierenden stellt sich oft als Zerreißprobe dar. Die heutige Realität der Frauen ist noch immer gekennzeichnet von einer Doppelrolle, auf der einen Seite liegt bei ihnen die Hauptlast des Haushaltes und der Kindererziehung, auf der anderen Seite wollen sie auch ihre im Studium erworbenen Qualifikationen im Beruf umsetzen. An adäquaten Möglichkeiten, diese beiden Lebensinhalte zu vereinen, mangelt es. Doch daran sind Absolventinnen einer Hochschule ja schon aus ihrem Studienleben gewöhnt. Mehr als die Hälfte der Studierenden müssen arbeiten, um sich ihr Studium zu finanzieren. Wie soll das mit einem Kind funktionieren? Zum Zeitaufwand im Studium und für die Arbeit kommt nun ein weiterer hinzu: Ein Kind muss aufgezogen werden. Höhere Ausgaben gepaart mit weniger Zeit um Geld zu beschaffen – meist geht dies zu Lasten des Studiums oder zum Abbruch dessen. Der so oft propagierte Weg „Mehr Frauen in die Wissenschaft!“ (v.a. in die Naturwissenschaften) bleibt von unsichtbaren Schranken versperrt. Es stellt sich oft die Entscheidung zwischen Kind und Karriere. Männliche Studierende haben diese Probleme meist nicht.</p>
<p>Das Thema der Gleichberechtigung darf nicht als erledigt betrachtet werden. Die Gesellschaftsstrukturen sind immer noch männerzentriert und die Gesellschaft hierarchisch zu Lasten der Frauen aufgebaut. Um die konkrete Lebenssituation von Frauen in einer patriarchalen Gesellschaft zu ändern, bedarf es einer Bewusstwerdung der immer noch vorherrschenden Ungleichheit. Damit die gewünschte Gleichstellung von Frauen Realität werden kann, ist es nötig, die Mechanismen, die zur Unterdrückung der Frauen führen, wahrzunehmen, zu erkennen, zu verstehen und die Strukturen aufzubrechen und zu ändern.</p>
<h3><span style="color: #ff0000;">Lohnarbeit</span></h3>
<p><em id="__mceDel">Deutlich sichtbar wird der Unterdrückungsmechanismus des Systems im Hochschulbereich bei Lohnarbeit von Studentinnen.</em></p>
<p>Über 60% der Studentinnen an Österreichs Hochschulen müssen neben dem Studium arbeiten. Im Vergleich zu ihren<br />
männlichen Kollegen arbeiten studierende Frauen in einer viel größeren Anzahl im Teilzeitbereich. Das durchschnittliche Einkommen bei den arbeitenden Studentinnen ist viel geringer als bei ihren männlichen Kommilitonen. Geht man nach alleinerziehenden Studierenden, welche zu über 86% Frauen sind, muss ein weit größerer Prozentsatz Semester für Semester Lohnarbeit nachgehen.</p>
<p>Eine umfangreiche Sozialerhebung unter Studierenden der Universität Wien hat gezeigt, dass männliche Studenten deutlich häufiger besser bezahlte und vor allem fachnäheren Jobs nachgehen als Studentinnen. So liegt das mittlere Erwerbseinkommen von Frauen bei rund 350 € monatlich, bei Männern 450 €. Während überdurchschnittlich viele Frauen unter 400 € verdienen, verdienen dreimal so viele Männer über 1.500 € im Monat als Frauen.</p>
<p>Ausbildungsstätten sind für Alleinerziehende von großer Bedeutung, ohne solche Einrichtungen ist ein Studium fast nicht möglich. Gerade hier wäre großer Handlungsbedarf vorhanden, aber die herrschende Klasse hat kein Interesse, ihren Profit in Horte und soziale Einrichtungen für Kleinkinder fließen zu lassen. Und sogar vermeintlich „linke“ Gruppierungen (Stichwort: ÖH Uni Wien) schließen ein<br />
emanzipiertes Kindergartenprojekt, welches eine eigens für StudentInnenkinder angelegte Einrichtung war.</p>
<h3><span style="color: #ff0000;"><strong>Nicht locker lassen!</strong></span></h3>
<p>Doch diese Unterdrückung hat System. Es ist kein Zufall, dass die Männerdominanz ist seit vielen Jahrhunderten sowohl von kirchlicher als auch politischer Seite gepflegt<br />
und forciert wurde. Es ist kein Zufall, dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau erkämpft werden musste. Und es ist kein Zufall, dass diese Rechte nur auf dem Papier existieren und immer noch Frauen an Glasdecken stoßen und daran gehindert werden ein selbstbestimmtes, freies Leben zu führen.</p>
<p>Es ist die Aufgabe der gesamten Gesellschaft im Sinne von Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit in der Frage der Gleichberechtigung nicht locker zu lassen!</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Schule: ein Ort des emanzipierten Lernens?</title>
		<link>https://kommunistischejugend.at/2012/09/die-schule-ein-ort-des-emanzipierten-lernens/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[RedakteurIn]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Sep 2012 22:27:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Emanzipation]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
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					<description><![CDATA[Alle Menschen werden von der Gesellschaft beeinflusst, in der sie leben. So auch Lehrerinnen und Lehrer. Die Wertvorstellungen im Kapitalismus, in dem wir leben, bekommen wir schon in Kinderjahren in die Wiege gelegt. Dadurch trägt auch der Schulunterricht zur Aufrechterhaltung&#8230; <a class="continue" href="https://kommunistischejugend.at/2012/09/die-schule-ein-ort-des-emanzipierten-lernens/">Weiterlesen<span> Die Schule: ein Ort des emanzipierten Lernens?</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Alle Menschen werden von der Gesellschaft beeinflusst, in der sie leben. So auch Lehrerinnen und Lehrer. Die Wertvorstellungen im Kapitalismus, in dem wir leben, bekommen wir schon in Kinderjahren in die Wiege gelegt. Dadurch trägt auch der Schulunterricht zur Aufrechterhaltung der männlichen Dominanz sowie der Geschlechterstereotypen in unseren Schulen und schlussendlich in unserer Welt bei.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Was alles so schief läuft…</strong></span></p>
<p>Studien zufolge schenken Professorinnen und Professoren Jungs viel mehr Aufmerksamkeit. Ob diese nun durch Ermahnungen oder Lob erfolgt, die Klassenkollegen erhalten auf alle Fälle mehr Rückmeldungen auf ihre Leistungen, ihr Verhalten.</p>
<p>Ebenso behaftet von Vorurteilen sind die Eigenschaften, die Schülerinnen und Schüler angeblich an den Tag legen. Schülerinnen werden oft als untalentiert, aber fleißig, Schüler hingegen als begabt, aber faul, angesehen. Diese Zuschreibungen beeinflussen klarerweise Erklärungen von Misserfolg und Erfolg. Sie spielen bei der Entwicklung des Selbstbewusstseins eine große Rolle.</p>
<p>Oft heißt es, Intelligenz und Kreativität führen bei Burschen zu positiven Leistungen, Faulheit oder fehlende Motivation zu negativen. Bei den Mädels hingegen sind Fleiß und Ordnung maßgeblich für Erfolg, Inkompetenz für Misserfolg. Dennoch erreichen Schülerinnen meistens bessere Noten, sind in größerer Anzahl auf Gymnasien vertreten und erreichen höhere Abschlüsse.</p>
<p>Trotz ihrer besseren Zugangschancen zu Hochschulen und in die Arbeitswelt, finden junge Frauen kaum gut bezahlte Jobs und gehen häufi g Berufen mit keinerlei Aufstiegsmöglichkeiten nach. Die zukunftsträchtigen Domäne sind immer noch großteils von Männern besetzt, denn in der Schule werden Mädchen kaum zu solchen ermutigt.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>…in Schulbüchern und Lehrplänen</strong></span></p>
<p>Im Unterricht wird die Benachteiligung der Frauen selten thematisiert. Kaum fällt das Wort „Doppelbelastung“ in Schulstunden. Auch über historisch bedeutende Frauen bekommt man dort wenig zu hören. So sagt Nehir T., eine Gymnasiastin aus Graz, im Interview mit der KJÖ: „Spontan fällt mir da aus dem Geschichteunterricht nur Maria-Theresia ein. Und die Frau, die meinte, wir sollen Kuchen essen, wenn wir kein Brot hätten, also Marie Antoinette. In Latein lernten wir noch etwas über Kleopatra und in Religion über Anne Frank.“ So werden den Schülerinnen kaum Möglichkeiten zur Identifikation oder Auseinandersetzung mit starken Frauen gegeben.</p>
<p>Mädchen werden öfters dazu aufgefordert sich „angemessen“ zu verhalten. Selbstbewusstes Auftreten wird oft als „unerzogenes Zurückreden“ abgestempelt. So werden Schülerinnen in eine gewisse Rolle gedrängt. Die 16-jährige Nehir spricht etwa von „tratschenden Mädels“ und „störenden Buben“.</p>
<p>Bei späteren Kompetenzen am Arbeitsmarkt wird von Frauen vor allem soziales Verhalten erwartet. Jungs hingegen werden stark in technischen Bereichen gefördert. Nehir sieht das schon in der Schule deutlich: „In unserer Nebenklasse, dem mathematischen Zweig, sind viel mehr Typen.“</p>
<p>Das macht sich auch bemerkbar an den verschiedenen Schultypen. An technischen Schulen, wie der HTBL, sind nur wenige Schülerinnen, an pädagogischen jedoch, wie<br />
der BAKIP, sind Burschen deutlich in der Unterzahl.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Was dagegen tun? Was dagegen tun!</strong></span></p>
<p>Um diese Klischees aufzubrechen, müssen sie im Unterricht, in der Schule Thema werden. Vor allem in Ausbildungsstätten, in denen ein großer Teil der Erziehung und Sozialisation passiert, in denen der Charakter geformt wird,muss zu einer Chancengleichheit in der Entwicklung von allen Menschen hingearbeitet werden. Das heißt konkret als Schülerin oder Schüler, dass du als SchülerInnenvertreterIn<br />
an deiner Schule aktiv werden kannst.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Kandidiere als KlassensprecherIn oder SchulsprecherIn!</strong></span></p>
<p>So kannst du die Interessen deiner MitschülerInnen effektiv vertreten und dich für einen gleichberechtigten Schulunterricht einsetzten und Klischees oder Benachteiligung am besten bekämpfen.</p>
<p>Zusätzlich gibt es noch die SchülerInnengewerkschaft der GPA, bei der du auch um Unterstützung bitten kannst. Oder du engagierst dich in der KJÖ. Hier kämpfen Mädchen, Frauen, Burschen und Männer gleichberechtigt darum, dass die Geschlechterunterschiede in keinem Bereich der Gesellschaft eine Rolle spielen.Wir sind der Ansicht, dass wir als wirklich solidarische, freie und gleichberechtigte Menschen nur in einer Welt ohne Unterdrückung und Ausbeutung leben können, in einer sozialistischen, einer kommunistischen Welt.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Interview: “Ich will den Mädchen raten, sich trotzdem nichts gefallen zu lassen.”</title>
		<link>https://kommunistischejugend.at/2012/09/interview-ich-will-den-madchen-raten-sich-trotzdem-nichts-gefallen-zu-lassen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[RedakteurIn]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Sep 2012 22:24:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA["vorneweg" - unsere Bundeszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Lehre]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Alltagsleben eines Lehrlings ist ohnehin meistens sehr hart. Es gibt nicht viele Rechte und selbst die wenigen vorhandenen werden oft mit Füßen getreten. Der gelockerte Kündigungsschutz erschwert es den Jugendlichen zusätzlich, sich gegen Ausbeutung und Unterdrückung zu wehren. Steigende&#8230; <a class="continue" href="https://kommunistischejugend.at/2012/09/interview-ich-will-den-madchen-raten-sich-trotzdem-nichts-gefallen-zu-lassen/">Weiterlesen<span> Interview: “Ich will den Mädchen raten, sich trotzdem nichts gefallen zu lassen.”</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Alltagsleben eines Lehrlings ist ohnehin meistens sehr hart. Es gibt nicht viele Rechte und selbst die wenigen vorhandenen werden oft mit Füßen getreten. Der gelockerte Kündigungsschutz erschwert es den Jugendlichen zusätzlich, sich gegen Ausbeutung und Unterdrückung zu wehren. Steigende Jugendarbeitslosigkeit erhöht den Druck auf die jungen ArbeiterInnen, scheinbar noch mehr aushalten zu müssen, um den Ausbildungsplatz zu behalten. Jedoch werden die meisten Lehrlinge als billige Arbeitskräfte ausgebeutet, anstatt qualifi ziert ausgebildet und in der Regel auch noch schlecht behandelt.</p>
<p>Als junge Frau in der Lehre ist man doppelt betroffen, weil natürlich Sexismus auch vor den Lehrbetrieben nicht Halt macht. Ergreift man nun als junge Frau einen Lehrberuf, der von Männern dominiert wird, muss man sich häufi g gegen sexistische Diskriminierungen zur Wehr setzen. Daniela* ist 19 Jahre alt und gelernte Bäckerin. Nach ihrer Lehrabschlussprüfung fand sie ihren Weg in die KJÖ, wo sie in der AG JungarbeiterInnen organisiert ist. Vorneweg sprach mit Daniela über ihre Lehrzeit, ihre Erfahrungen mit Sexismus im Arbeitsalltag und ihre Gegenstrategien.</p>
<p><em>VORNEWEG</em>: Daniela, warum hast du dich für die Lehre als Bäckerin entschieden?</p>
<p>DANIELA: Lange wusste ich nicht was ich machen sollte. Als ich dann nach verschiedenen Überlegungen in der Bäckerei Schnuppertage gemacht habe, stand für mich fest, dass ich Bäckerin werden möchte. Dieses Handwerk liegt mir einfach sehr.</p>
<p><em>VORNEWEG</em>: Haben sich deine Erwartungen an die Lehre erfüllt?</p>
<p>DANIELA: Na ja, so große Erwartungen hatte ich damals noch nicht. Dass eine Lehre kein Zuckerschlecken ist, dachte ich mir vorher schon. Ich musste halt einen Beruf erlernen und Geld verdienen. Lehrstellen gibt’s ja auch nicht wie Sand am Meer, und schon gar nicht, wenn man eine Sparte bevorzugt. Und ich wollte unbedingt Bäckerin werden. Also hab ich den Kopf hingehalten und die Sache durchgezogen.</p>
<p><em>VORNEWEG</em>: Welche Erfahrungen hast du dann in der Lehre gemacht?</p>
<p>DANIELA: Teils, teils. Ich habe gute Erfahrungen gemacht, aber auch sehr schlechte. Ich habe in meinem Betrieb das Bäckerhandwerk ausgezeichnet erlernt. Aber der Weg dorthin war lang und beschwerlich. Als Lehrling hat man, und vor allem frau, einfach keinerlei Rechte. Du büßt einfach jede Sünde. Damit mein ich jeden kleinen Fehler. Bei mir gab’s manchmal sogar Strafarbeit. Obwohl das ja bekanntlich verboten ist.</p>
<p><em>VORNEWEG</em>: Du sagst, vor allem frau hat keinerlei Rechte, kannst du darauf bitte etwas näher eingehen?</p>
<p>DANIELA: Nun ja, in der Bäckerei sind hauptsächlich Männer vertreten und die ältere Generation bleibt sowieso auch lieber unter sich. Die Männer sind quasi die Experten – glauben sie zumindest – und die Alten holen die Jungen nach in ihren Kreis. Als Frau bist du außen vor, ganz egal wie gut und fleißig du arbeitest. Also musst du dich als Frau tagtäglich beweisen. Auf eine faire Anerkennung oder Leistungsbeurteilung kannst du da lange warten.</p>
<p><em>VORNEWEG</em>: Bist du also oft mit Sexismus konfrontiert gewesen?</p>
<p>DANIELA: Oh ja, sehr oft. Mal einen Klaps auf den Po, das hat es immer gegeben. Auch vom Chef selber. Der Chef hat ja auch immer darauf bestanden, dass ich den Abwasch mache, weil das ja schließlich Frauenarbeit ist, so hat er das immer bezeichnet. Eine absolute Frechheit war das! Ich war halt bis zu meinem dritten Lehrjahr die einzige Frau im Betrieb, dann kam eine Kollegin dazu und wir waren Gott sei dank zu zweit, da wurde vieles besser. Aber davor war ich die einzige Frau. Daher durfte ich immer den Abwasch machen und das, obwohl es auch weitaus jüngere Lehrlinge wie mich gab, die erst im ersten Lehrjahr waren.</p>
<p><em>VORNEWEG</em>: Hast du dich jemals gegen die sexuellen Belästigungen oder unfairen Behandlungen gewehrt?</p>
<p>DANIELA: Ja schon, vor allem verbal. Auf den Mund gefallen bin ich ja nie gewesen. Das hat mir aber auch nicht wirklich geholfen, aber ohne mich dagegen zu lehnen, wär’s unerträglich gewesen. Es fühlt sich immer besser an, wenn man irgendwie Widerstand zeigt, egal auf welche Art, da hat eh jede ihre eigenen Wege. Aber nur passives Erleiden bringt uns innerlich um auf die Dauer.</p>
<p><em>VORNEWEG</em>: Was würdest du jungen Frauen in derselben Situation raten? Immerhin traut sich nicht jede zurück zureden.</p>
<p>DANIELA: Ja, das stimmt. Ist ja auch ein Risiko. Weil als Lehrling kannst du ja mittlerweile viel schneller gekündigt werden. Ich will den Mädchen raten, sich trotzdem nichts gefallen zu lassen. Es gibt viele Möglichkeiten. Wenn es einen Betriebsrat oder einer Jugendvertrauensrat gibt, können sie sich auch an diesen wenden. Und auch bei der Arbeiterkammer kann man sich über Diskriminierung, sexuelle Belästigung und Mobbing beschweren. Das ist nämlich auch alles verboten und in manchen Fällen kann man sogar Entschädigungen und Schmerzensgeld einklagen. Wichtig ist vor allem, sich nicht zu verstecken, sondern sich Unterstützung zu holen und dann auf die Hinterbeine zu stellen. Oft hilft es schon, wenn man andere Leute, egal ob drinnen oder draußen, einweiht. Dann hat man beim nächsten Übergriff schon ein bisschen weniger das Gefühl, allein zu sein und mehr Selbstbewusstsein, sich zu wehren.</p>
<p><em>VORNEWEG</em>: Willst du zum Abschluss noch etwas loswerden?</p>
<p>DANIELA: Ich will den Lehrlingen und vor allem den weiblichen Lehrlingen noch sagen: Mädels, lasst euch ja nicht unterkriegen! Steht für eure Rechte ein, alles was ihr über euch ergehen lässt, wird nur noch schlimmer. Und vor allem, schließt euch mit Gleichgesinnten zusammen, in eurem Betrieb, aber auch außerhalb. Ihr seid nicht allein, wir sind viele. Ihr würdet nicht glauben, wie viele wir sind, wenn wir alle zusammen stehen. Nur allein machen sie dich ein!</p>
<p><em>VORNEWEG</em>: Danke für das Gespräch, Daniela!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>*Name wurde von der Redaktion geändert</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Lohn vs. Reproduktionsarbeit im Kapitalismus</title>
		<link>https://kommunistischejugend.at/2012/09/lohn-vs-reproduktionsarbeit-im-kapitalismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[RedakteurIn]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Sep 2012 22:14:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
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					<description><![CDATA[Kinder erziehen, Abwaschen, Wäsche aufhängen, Kochen, Bügeln, Putzen. Kurz Hausarbeit. JedeR, der/die selbst einen Haushalt führt, weiß wie viel Zeit diese Arbeit in Anspruch nimmt. Trotzdem ist es im Kapitalismus noch immer eine Selbstverständlichkeit, sich neben der Lohnarbeit auch um&#8230; <a class="continue" href="https://kommunistischejugend.at/2012/09/lohn-vs-reproduktionsarbeit-im-kapitalismus/">Weiterlesen<span> Lohn vs. Reproduktionsarbeit im Kapitalismus</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kinder erziehen, Abwaschen, Wäsche aufhängen, Kochen, Bügeln, Putzen. Kurz Hausarbeit. JedeR, der/die selbst einen Haushalt führt, weiß wie viel Zeit diese Arbeit in Anspruch nimmt. Trotzdem ist es im Kapitalismus noch immer eine Selbstverständlichkeit, sich neben der Lohnarbeit auch um den Haushalt zu kümmern. Diese Arbeit wird nach wie vor (fast nur) von Frauen verrichtet.<strong></strong></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Was ist Reproduktionsarbeit?</strong></span></p>
<p>Der Fachausdruck für Hausarbeit ist Reproduktionsarbeit. Das ist die Arbeit, die nötig ist, um die Arbeitskraft der ArbeiterInnen zu erhalten, also zu reproduzieren. Reproduktionsarbeit ist eine Grundbedingung für den ökonomischen Fortbestand des Kapitalismus. Die beiden ökonomischen Klassen Kapitalisten und ArbeiterInnenschaft stehen sich insofern gegenüber, als dass die ArbeiterInnen gezwungen sind, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen. Die Kapitalisten schlagen daraus Profi t. Dieser beruht auf dem Mehrwert. Der Mehrwert entsteht bereits im Produktionsprozess und wird in seiner realisierten Form zu Profit. Doch nur eine einzige Ware kann den Mehrwert erzeugen und das ist die lebendige Ware der Arbeitskraft. Nur aus ihr kann man mehr herausholen, als man in sie investiert. Die ArbeiterInnen arbeiten nicht für sich selbst, sondern für die Kapitalisten, die ihnen nur einen kleinen Teil des erarbeiteten Ertrages abgeben.</p>
<p>Das ist eben jener Teil, den die ArbeiterInnen brauchen, um ihre Arbeitskraft zu erhalten. Sie müssen schlafen, essen, soziale Kontakte knüpfen, Kinder zeugen (damit es weiterhin Arbeitskräfte gibt) und diese erziehen. Es müssen also viele Grundbedürfnisse erfüllt werden, damit das menschliche Leben, die lebendige Arbeitskraft, als grundlegende Ware für die Kapitalisten verfügbar bleibt.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Gesellschaftlicher Wandel durch Fabriken</strong></span></p>
<p>Vor der Entwicklung des Kapitalismus, in Monarchien und anderen Feudalsystemen, war die Reproduktionsarbeit noch umfassender als heute. Bevor es Manufakturen und Fabriken gab, musste man viele Sachen selber herstellen oder am Markt von anderen kaufen, die sie auch selbst erzeugten. Waren hatten damals eine andere Bedeutung, weil das Geld/Gold, wenn auch über Umwege, durch Händler an den gelangte, der sie produzierte und dem gleichzeitig auch die Produktionsmittel gehörten. Die selbstgefertigten Waren verloren mit der Entstehung der Fabriken an Wert, da so die Herstellung gleichwertiger Produkte von höherer Qualität möglich wurde. Doch Arbeiten wie Kinder erziehen, kochen, putzen et cetera wurden nicht etwa gleichermaßen wie die Produktion der Waren vom Privatbereich in den Dienstleistungsbereich verlagert. Die Gesellschaft betrachtete diese Tätigkeiten nach wie vor als Frauensache ins Private gehörend. So kommt es, dass diese nach wie vor im privaten Bereich verrichtet werden.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Wegen Kinderwunsch benachteiligt</strong></span></p>
<p>Der Begriff “Emanzipation” im Kapitalismus bedeutet, dass Frauen gleichberechtigt sind, sobald sie für Lohn arbeiten. Die Möglichkeit, werktätig zu sein, ist natürlich ein Schritt zur Emanzipation, aber in Kombination mit der Reproduktionsarbeit, entsteht eine extreme Doppelbelastung.</p>
<p>Staatliche Hilfsmittel wie Familienbeihilfe, bezahlte Karenz und Ähnliches sind Notwendigkeiten, die immer knapper bemessen werden. Die Absicht dahinter ist nicht, grundlegend etwas an der Situation zu ändern.</p>
<p>Es ist Gang und Gebe, Frauen mit möglichem Kinderwunsch in einem Betrieb nicht einzustellen, weil dies mit vermehrter Reproduktionsarbeit verbunden ist. Dies ist dem Arbeitgeber ein Dorn im Auge, da die Frau ihre Arbeitskraft für den Betrieb dann nicht mehr verkaufen könnte.</p>
<p>Dazu kommen noch zusätzliche Abfertigungskosten für eine mögliche Kündigung. Präventiv werden Frauen daher häufi g als Teilzeitkraft angestellt. Oft sind Frauen gar nicht in der Lage, Vollzeit zu arbeiten, da neben der Reproduktionsarbeit nicht mehr Zeit vorhanden ist. Sie arbeiten dann als klassische Dazuverdienerinnen, um die Haushaltskasse aufzubessern.</p>
<p>Besonders kleinere Betriebe werden aus ökonomischen Gründen regelrecht zum Sexismus gezwungen, da sie sich diese Kosten oft nicht leisten können und einen Konkurs befürchten, falls mit dem/der NachfolgerIn der schwangeren Frau Komplikationen auftreten. Schuld für die mangelnde Flexibilität kleiner bis sehr kleiner Betriebe ist der Kapitalismus in seiner fortgeschrittenen Form als wirtschaftlicher Imperialismus. Es bilden sich übermächtige Monopole, die Geld anhäufen und die kleinere ökonomische Strukturen nicht zulassen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Das Ideal einer perfekten Frau</strong></span></p>
<p>Eine weitere Belastung für Frauen bildet das mediale und gesellschaftliche Ideal einer Frau. Den halben Tag arbeiten, die Kinder von der Schule abholen, lächelnd nach Hause kommen, kochen, den Mann, der später von der Arbeit heim kommt, verwöhnen- und dabei immer perfekt aussehen und putzmunter sein. So stellen uns die Medien tagtäglich das Bild der Frau dar; als ob das einzige wofür sich Frauen interessieren, das beste Putzmittel ist.</p>
<p>Dieses Frauenbild ist veraltet und muss bekämpft werden! Natürlich darf eine Frau auf ihr Äußeres wert legen, auch den Partner zu verwöhnen ist nicht sexistisch, solange sie dies auch von ihm erwarten kann. Die Quintessenz dabei ist aber, dass dies nicht auf gesellschaftlichem Druck passiert! Dennoch besteht eine Schwierigkeit darin, zu unterscheiden, was gesellschaftlich anerzogen und was eine freie Entscheidung ist. Dies gilt genauso für viele Männer, die auch nicht in die von ihnen erwartete Rolle schlüpfen wollen.</p>
<p>Fazit: Frauen leiden unter extremer Doppelbelastung. Grund dafür ist die Reproduktionsarbeit, die fast nur von Frauen verrichtet und darüberhinaus nicht einmal als vollwertige Arbeit anerkannt wird. Noch immer sind viele Menschen der Meinung, dass das “bisschen” Hausarbeit sowieso kein großer Aufwand ist. Es sollte natürlich berücksichtigt werden, dass es im Alltag oft auch Ausnahmen gibt; doch Ausnahmen bestätigen die Regel. Frauen haben es- kurz gesagt- in vielerlei Hinsicht schwieriger, sich über Wasser zu halten. Bürgerlicher Feminismus in Form von kinderlosen Karrierefrauen an Spitzenpositionen verbessert die Situation der Frauen auch nicht.</p>
<p>Wären Frauen nicht als das minderwertige Geschlecht in der Gesellschaft verankert, wäre auch ihre in den Köpfen der Menschen als minderwertig geltende Arbeit nicht so<br />
legitim, wie sie ist.</p>
<p>Doch das Kapital braucht die Frauen in diesen minderwertigen Positionen, um die doppelte Ausbeutung zu legitimieren. Wären die Frauen nicht in den bestehenden Familienstrukturen gefangen, müssten die Kapitalisten für die Wartung ihrer Arbeitskräfte selber aufkommen.</p>
<p>Es muss jetzt und hier an der Gedankenwelt der Menschen gearbeitet werden. Männer wie Frauen müssen lernen, dass Hausarbeit auch Männersache ist und zu gleichen Teilen von beiden Geschlechtern erledigt werden muss! Doch das alleine reicht nicht, wir brauchen ein Gesellschaftssystem, wo jede Form der Arbeit als gleichermaßen wertvoll gewertet wird.</p>
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		<title>(K)ein Hauch von Gleichberechtigung &#8211; Frauen und Mädchen in Österreich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[RedakteurIn]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Sep 2012 15:17:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
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					<description><![CDATA[„Bund, Länder und Gemeinden bekennen sich zur tatsächlichen Gleichstellung von Mann und Frau. Maßnahmen zur Förderung der faktischen Gleichstellung von Frauen und Männern, insbesondere durch Beseitigung tatsächlich bestehender Ungleichheiten, sind zulässig.“ heißt es in Artikel 7 § 2 des Bundesverfassungsgesetzes.&#8230; <a class="continue" href="https://kommunistischejugend.at/2012/09/kein-hauch-von-gleichberechtigung-frauen-und-madchen-in-osterreich/">Weiterlesen<span> (K)ein Hauch von Gleichberechtigung &#8211; Frauen und Mädchen in Österreich</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://kommunistischejugend.at//wp-content/uploads/2012/11/love-sex.jpg"><img decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-136" title="love sex" src="https://kommunistischejugend.at//wp-content/uploads/2012/11/love-sex-300x219.jpg" alt="" width="300" height="219" /></a>„Bund, Länder und Gemeinden bekennen sich zur tatsächlichen Gleichstellung von Mann und Frau. Maßnahmen zur Förderung der faktischen Gleichstellung von Frauen und Männern, insbesondere durch Beseitigung tatsächlich bestehender Ungleichheiten, sind zulässig.“ heißt es in Artikel 7 § 2 des Bundesverfassungsgesetzes. Zusätzlich gibt es noch einige andere Gesetze, wie das Bundesgesetz über die Gleichbehandlung, das die Gleichbehandlung von Mann und Frau im Arbeitsleben betrifft. Auf internationaler Ebene gibt es etwa den Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte und den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte (UNO-Pakt I &amp; II) oder die Europäische Menschenrechtskonvention. Doch mit dem Beschluss dieses oder jenes Gesetzes allein ist es nicht getan. Die Befreiung der Frau passiert nicht per Bescheid. So sind das alles Papiere, die der Ungleichbehandlung der Geschlechter entgegenwirken sollen. Die Betonung liegt hier auf „sollen“, denn am Ziel ist man in dieser Gesellschaft noch lange nicht angelangt. Geschweige denn, dass man es überhaupt sehen könnte.</p>
<h4><strong>Alltag in Österreich¹</strong></h4>
<p>Frauen werden in der kapitalistischen Gesellschaft in vielerlei Hinsicht diskriminiert. In Österreich verdienen sie über 25 Prozent weniger als Männer. Schlimmer ist es in der EU nur in der Slowakei und in Estland.</p>
<p>Fraueneinkommen steigen langsamer, der Lebensstandard von Frauen und Mädchen in Österreich liegt weit unter jenem der Männer. Bei Migrantinnen ist es besonders krass, da hier gleich mehrere Faktoren auf einmal wirken. Sie verdienen sogar noch um ein Drittel weniger als Österreicherinnen.</p>
<p>Aber nicht nur die wirtschaftliche Benachteiligung wiegt schwer. Frauen sind mindestens ebenso stark konservativen Rollenbildern und Klischees ausgesetzt. Das angeblich &#8222;schwache Geschlecht&#8220; ist überall, in der Schule, im Betrieb und auf der Uni diesen Vorurteilen ausgeliefert. Das (und damit verbundene Schranken und Verhaltensweisen) nennt man Sexismus (siehe Artikel zu Sexismus und Medien). Es ist besonders wichtig, gerade im eigenen Lebensumfeld Sexismus zu bekämpfen.<br />
Denn auch im ganz normalen Alltag stößt man auf Sexismen: sie sind untrennbarer Teil dieser Gesellschaft.</p>
<p>Nicht nur für Frauen, auch für Männer ist es unerlässlich, den täglichen Sexismus ständig aufzuzeigen. Wer mit offenen Augen und Ohren durchs Leben geht, wird unweigerlich mit Frauenunterdrückung konfrontiert. Es kommt darauf an, wie man damit umgeht. Dazu gehört auch, das eigene Verhalten zu reflektieren. Sei es nun geschlechtergerechte Sprache zu benutzen, andere Menschen darauf hinzuweisen, dass sexistische Witze alles andere als lustig sind und generell genauer hinzuschauen, wie abwertend manche mit Frauen umgehen. &#8222;Dumme&#8220; Blondinen, &#8222;typische&#8220; Zicken, die Frau, die nicht einparken kann &#8211; das sind alles Klischees, denen wir immer wieder begegnen. Denen es stärker entegegenzutreten gilt. Das alles zeigt, welche Stellung der Frau in unserer Gesellschaft zugeschrieben wird. Die Frauenbefreiung ist nicht nur eine juristische Frage, sondern eine soziale. Die Zustände sind so nicht tragbar. Doch wie sind sie zu ändern?</p>
<h4><strong>Frauenbefreiung &#8211; Kampf für Reformen?</strong></h4>
<p>Die Frauenbewegung, das heißt der vereinte Kampf der Frauen für ihre Rechte und gegen Diskriminierung, hat Tradition. Ihr ist es zu verdanken, dass erste Reformen erkämpft wurden, die die Lebenssituation von Frauen im 20. Jahrhundert verbessert haben. Doch sind wir immer noch meilenweit von tatsächlicher Gleichberechtigung entfernt. Woran liegt das? Lässt sich die Gleichberechtigung denn nicht herbei-reformieren? Offensichtlich nicht.</p>
<p>Denn jede Reform führt nur zu punktuellen Verbesserungen der Lebensumstände der Frau. Sie müssen hart erkämpft und natürlich unter allen Umständen verteidigt werden. Doch schneller als man schauen kann, sind diese Reformen auch schon wieder Geschichte. Es wird mit zwielichtigen Argumenten die Arbeitszeit „flexibilisiert“ oder „positive Anreize“, vor allem von den rechten Parteien FPÖ/BZÖ/ÖVP geschaffen. Frauen sollen sich demnach hinter den Herd stellen und um die Kinder kümmern, ja auf den Mann horchen und keine eigene Meinung haben. Am besten sollten sie nur zum Kochen, Putzen, Waschen und für Sex aus dem Keller kommen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sogar die Amstettener FP-Stadträtin Brigitte Kashofer gegen ein Frauenhaus wetterte, weil dieses die Ehe kaputt mache.  So wird Frauen die Macht über das eigene Leben nach und nach ganz abgenommen.<br />
Doch um den Sexismus, wie er in unserer kapitalistischen Gesellschaft auftritt, wirkungsvoll bekämpfen zu können, müssen wir die Ursachen und vor allem den Zweck erkennen. Denn anstatt nur an der Oberfläche zu kratzen, wie das der bürgerliche Feminismus oft tut, gilt es, die Unterdrückung der Frau als strukturelles Problem zu begreifen.</p>
<h4><strong>Frauenbefreiung &#8211; Kampf für die Revolution!</strong></h4>
<p>Wir haben bereits festegestellt: Sexismus ist tief in unserer Gesellschaft verwurzelt. Wir sind alle ein Teil dieser Gesellschaft, darum sind wir alle auch nicht vor sexistischen Einflüssen gefeit. Und es gibt ihn schon lange. Sexismus diente schon immer dazu, die Masse der Menschen zu spalten,die Geschlechter gegeneinander auszuspielen, in kleine Gruppen zu teilen und damit unter Kontrolle zu halten. Wer die Frau an der kurzen Leine hält, kann dies genauso mit dem Mann anstellen. So ist der Kampf um die Befreiung der Frau gleichzeitig ein Kampf für eine andere Gesellschaft, ohne Leinen und Ketten.</p>
<p>Obwohl Frauen durch Arbeit eine gewisse ökonomische Unabhängigkeit erreichen können, sind sie von der doppelten Ausbeutung betroffen: denn einerseits ist es meist die Frau, welche die Hausarbeit erledigt (siehe Artikel zur Doppelbelastung).</p>
<p>Gleichzeitig wird sie allein wegen ihres Geschlechts schlechter bezahlt, am Arbeitsplatz also sowohl als Arbeiterin als auch als Frau ausgebeutet. Das heißt, es reicht nicht, hier und da an Schräubchen zu drehen um diese oder jene Verbesserung für die Lage der Frauen zu erreichen. Das gesamte System der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen muss in Frage gestellt werden. Die Frage der Befreiung der Frau ist somit nichts für sich allein Stehendes, sondern Teil der sozialen Frage. Die Befreiung der Frau geht Hand in Hand mit dem Kampf für eine Gesellschaft, die frei ist von Ausbeutung und Unterdrückung. Und so eine Gesellschaft ist auch im Interesse des Mannes. Die vollständige Befreiung der Frau können wir also nur gemeinsam erreichen &#8211; durch eine Revolution, durch den Sozialismus.</p>
<p>1, Alle Daten aus dem Frauenbericht 2010</p>
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