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	<title>Lehre &#8211; Kommunistische Jugend Österreichs (KJÖ)</title>
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	<title>Lehre &#8211; Kommunistische Jugend Österreichs (KJÖ)</title>
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		<title>Überbetriebliche Lehre: Ausbildung nach Geschmack der Konzerne</title>
		<link>https://kommunistischejugend.at/2012/10/uberbetriebliche-lehre-ausbildung-nach-dem-geschmack-der-konzerne/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[RedakteurIn]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Oct 2012 13:06:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitskampf]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Lehre]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer keine Lehrstelle findet, kann eine Ausbildung bei „überbetrieblichen Lehrwerkstätten“ beginnen. Die BefürworterInnen dieser Einrichtungen verweisen auf die Chancen, die so für Jugendliche entstehen, die sonst schlechte Zukunftsaussichten hätten. Doch die Sache hat so manchen gewaltigen Haken – und die&#8230; <a class="continue" href="https://kommunistischejugend.at/2012/10/uberbetriebliche-lehre-ausbildung-nach-dem-geschmack-der-konzerne/">Weiterlesen<span> Überbetriebliche Lehre: Ausbildung nach Geschmack der Konzerne</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><em><a href="https://kommunistischejugend.at//wp-content/uploads/2012/11/STREIK.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-136" title="STREIK" src="https://kommunistischejugend.at//wp-content/uploads/2012/11/STREIK-218x300.jpg" alt="" width="218" height="300" /></a>Wer keine Lehrstelle findet, kann eine Ausbildung bei „überbetrieblichen Lehrwerkstätten“ beginnen. Die BefürworterInnen dieser Einrichtungen verweisen auf die Chancen, die so für Jugendliche entstehen, die sonst schlechte Zukunftsaussichten hätten. Doch die Sache hat so manchen gewaltigen Haken – und die wahren Profiteure sind wieder einmal nicht die Lehrlinge selbst, sondern die Betriebe.</em></p>
<p style="text-align: justify;">Das klischeehafte Bild vom sorgsamen Lehrherrn, der junge Menschen gewissenhaft ausbildet und später im Betrieb übernimmt, ist keineswegs der Regelfall. Rund 133.000 Lehrlinge gibt es derzeit in Österreich – 1980 waren es fast 200.000. Nur jeder neunte Betrieb bildet noch Lehrlinge aus. Das liegt nur zu einem kleinen Teil daran, dass gewisse Berufsgruppen quasi wegfallen. Wesentlich ist vielmehr der Trend, dass sich viele Betriebe ihren „Nachwuchs“ bequem vom Staat ausbilden lassen. Auch wenn sich die Anforderungen an den Beruf nicht wesentlich verändert haben, greift man oft auf AbsolventInnen von HAS, HAK, HTL oder Fachhochschulen zurück. Die Folge ist, dass österreichweit auf eine offene Lehrstelle zwei Lehrstellensuchende kommen – in manchen Gebieten wie etwa in Wien sind es bis zu fünfmal mehr Suchende, als es tatsächlich Angebot gibt.</p>
<h4 style="text-align: justify;"><strong>Gescheiterte „Förderung“</strong></h4>
<p style="text-align: justify;">Als „Rezept“ gegen den Lehrstellenschwund haben SPÖ, ÖVP und in ihrer Regierungszeit vor allem die FPÖ schon vor Jahren Geldgeschenke entdeckt – natürlich an den Betrieb. Die Überlegung: Wenn das Unternehmen für jeden Lehrling einen Betrag von bis zu mehreren tausend Euro pro Jahr[1] erhält, sollte es auch bald wieder mehr Stellen geben. Freilich: eingetreten ist das nicht. Jene Betriebe, die ohnehin Lehrlinge aufnehmen wollten, freuten sich über leicht verdientes Geld – die meisten rationalisierten aber munter weiter, verlagerten die Produktion ins Ausland oder holten sich die Fach- und Hilfskräfte von dort – die EU macht‘s möglich.</p>
<p style="text-align: justify;">Irgendwann kam aber auch die Politik darauf, dass es so nicht wirklich funktioniert. Die Arbeitslosenquote der 15- bis 25-jährigen stieg zuletzt 2005 und 2009 auf über 10 Prozent, was deutlich über dem Schnitt aller Altersgruppen liegt. Das 1998 beschlossene „Jugendausbildungssicherungsgesetz (JASG)“ soll sicherstellen, dass jene, die keine Lehrstelle bei Betrieben finden, einen Ausbildungsplatz über das AMS bekommen. Seither wurde diese „Ausbildungsgarantie“ mehrmals als neue Maßnahme verkauft. Insgesamt ist die überbetriebliche Ausbildung in den letzten Jahren stark gestiegen. Im Vorjahr waren bereits 9.488 Lehrlinge in solchen Lehrwerkstätten beschäftigt. Den größten Anteil hatten dabei die Bundesländer Steiermark (3.829) und Wien (3.508).</p>
<p style="text-align: justify;">Ziel in der überbetrieblichen Ausbildung soll es sein, in ein reguläres Lehrverhältnis zu treten – wer eine „zumutbare“ Lehrstelle ablehnt, verliert auch das Recht auf eine überbetriebliche Ausbildung. Die Regel ist freilich, dass man in der Lehrwerkstätte bleibt – „Übertrittszahlen“ in eine gewöhnliche Lehre von 10 Prozent pro Jahrgang sind schon viel. Austritte bzw. Ausschlüsse sind da wesentlich häufiger.</p>
<p style="text-align: justify;">Obwohl man meinen könnte, dass bei einer durch das AMS gestalteten Ausbildung viele negative Aspekte der regulären Lehre wegfallen (ausbeuten statt ausbilden, unbezahlte Überstunden, Diskriminierung und Mobbing…), sind auch die überbetrieblichen Lehrwerkstätten keine „Musterbetriebe“. Vor allem bei technischen Lehrberufen wie KfZ-TechnikerIn ist das Arbeitsmaterial oft völlig veraltet; dazu kommen oft eintönige Arbeiten, weil die AusbildnerInnen mit den großen Gruppen überfordert sind. Von der tatsächlichen beruflichen Praxis sind die Ausbildungsangebote oft weit entfernt. Dabei werden entgegen der Versprechungen, jeder würde einen Platz in einer Lehrwerkstätte erhalten, nicht alle aufgenommen: In „Berufsorientierungs- und Coachingmaßnahmen“ wird bereits vorab ausgesiebt. Und ein Drittel der Lehrlinge lernt in den Lehrwerkstätten einen anderen als den Wunschberuf.</p>
<p style="text-align: justify;">Mittlerweile richten sich viele Träger überbetrieblicher Lehrwerkstätten (etwa „Jugend am Werk“) direkt an Unternehmen, doch einen Teil ihrer Lehrausbildung in diese auszulagern. Neben der direkten Fertigung (die eher die Ausnahme darstellt) ist dies ein weiterer Anreiz für die Betriebe, Lehrlinge nicht mehr selbst ordentlich auszubilden.</p>
<h4 style="text-align: justify;"><strong>Probleme fortgesetzt</strong></h4>
<p style="text-align: justify;">Die Schwächen des Regelschulsystems schlagen sich auch auf die überbetrieblichen Lehrwerkstätten voll durch: Probleme mit der Sprache (sowohl mündlich als auch geschrieben) sowie mit Mathematik wirken sich verständlicherweise erst recht negativ bei der Erlernung von Fähigkeiten aus, die einer Fachsprache bedürfen. Da ein Großteil der Lehrlinge aus einkommensschwachen Familien kommt, reichen die 240 Euro Entschädigung im Monat[2] bei weitem nicht aus. Dazu kommen dann Geldabzüge für Zuspätkommen. Dabei unterscheidet sich die Arbeit oft nicht von der in größeren Betrieben – aber während die Regierung für diese „Lehrlingsförderung“ im Millionenbereich ausgibt, schauen die Lehrlinge selbst durch die Finger.</p>
<p style="text-align: justify;">Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass staatliche Lehrwerkstätten zwar eine Alternative zu völliger Ausbildungslosigkeit vieler Jugendlicher bieten, aber auch einen bequemen Anlass für Unternehmen darstellen, die Lehre „auszulagern“. Probleme werden so jedenfalls keine gelöst. Und dass die mindesten Standards wie Höhe der Lehrlingsentschädigung, Recht auf Jugendvertrauensrat und der Schutz vor Geldstrafen auch hier greifen sollten, wäre eigentlich eine Selbstverständlichkeit – aber das würde ja Geld kosten, das die Regierung der Herrschenden lieber für Bankenrettungspakete und Lehrherrenförderung ausgibt.</p>
<div style="text-align: justify;" align="center">
<hr align="center" size="1" width="100%" />
</div>
<p style="text-align: justify;">[1] Eine Berechnung des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft summiert die maximale Fördersumme ohne regionale Programme, Mädchenförderung etc. pro Lehrstelle auf 2.632 Euro/Jahr. Siehe: Birgit Lenger (ibw), Roland Löffler (öibf), Helmut Dornmayr (ibw): Jugendliche in der überbetrieblichen Berufsausbildung, Wien 2010</p>
<p style="text-align: justify;">[2] Natürlich kein Weihnachts- und Urlaubsgeld; Steigerung erst ab dem 3. Lehrjahr. Das ist deutlich weniger als die reguläre Mindestlehrlingsentschädigung in den jeweiligen Berufen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Für ein Einkommen zum Auskommen!</title>
		<link>https://kommunistischejugend.at/2012/10/272/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[RedakteurIn]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Oct 2012 14:02:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitskampf]]></category>
		<category><![CDATA[Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrlingsentschädigung]]></category>
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					<description><![CDATA[Kaum Lehrstellen, harte Arbeit, Überstunden, geringe Entlohnung, Mobbing und triste Zukunftsaussichten&#8230; Der Alltag für uns arbeitende Jugendliche sieht nicht gerade rosig aus. Die Wirtschaftskrise wurde von den Unternehmen ausgenützt um die wenigen Rechte und Sicherheiten, die uns geblieben sind, noch&#8230; <a class="continue" href="https://kommunistischejugend.at/2012/10/272/">Weiterlesen<span> Für ein Einkommen zum Auskommen!</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://kommunistischejugend.at/neu/wp-content/uploads/2011/10/schraubenschl%C3%BCssel-1.png"><img decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-136" title="schraubenschlüssel-1" src="https://kommunistischejugend.at/neu/wp-content/uploads/2011/10/schraubenschl%C3%BCssel-1.png" alt="" width="164" height="164" /></a>Kaum Lehrstellen, harte Arbeit, Überstunden, geringe Entlohnung, Mobbing und triste Zukunftsaussichten&#8230; Der Alltag für uns arbeitende Jugendliche sieht nicht gerade rosig aus. Die Wirtschaftskrise wurde von den Unternehmen ausgenützt um die wenigen Rechte und Sicherheiten, die uns geblieben sind, noch mehr aufzuweichen.</p>
<p>Und am meisten trifft das immer jene, die sich am wenigsten wehren können. Die Lehrlinge zum Beispiel. Man kann von Glück reden, wenn man im Betrieb nicht für „ausbildungsfremde Tätigkeiten“ herhalten muss. Als billige Putzkraft etwa, oder für den Chef Rasenmähen. Aber selbst dann ist es meist kein schönes Leben. Das verrät der Blick in die Geldbörse. Im ersten Lehrjahr bekommt man oft nicht einmal genug fürs Essen gehen. Als Elektrotechniker erhält man knappe 445 Euro, als Bäckerlehrling gar nur 365 Euro netto.</p>
<p>Dabei fordert die Konsumgesellschaft uns immer mehr ab. Handyrechnungen, Mopedführerschein, Versicherung. Das alles kostet Geld. Und laufend wird alles teurer. Dabei gibt es Lehrberufe, bei denen der Kollektivvertrag seit Jahren nicht mehr angepasst wurde. Es bleibt einem also immer weniger zum Leben. Von einer eigenen Wohnung, wirklicher Unabhängigkeit kann man trotz mancher Beihilfen oft nur träumen.</p>
<p><strong>Wir fordern:</strong></p>
<ul>
<li>500 Euro mindestens für Lehrlinge im ersten Lehrjahr!</li>
<li>Alle Lehrlingsentschädigungen mindestens um 50 Prozent erhöhen!</li>
<li>6 Wochen Urlaub für alle!</li>
</ul>
<p><strong>Widerstandstipps:</strong></p>
<ul>
<li>Diskutiert mit euren KollegInnen über eure Rechte, tretet der Gewerkschaft bei und überlegt Kampfmaßnahmen gegen Ungerechtigkeiten.</li>
<li>Engagiert euch im Jugendvertrauensrat/Betriebsrat und setzt euch für eine kämpferische Interessensvertretung ein!</li>
<li>Unterstützt bzw. beteiligt euch an Demonstrationen, Betriebsversammlungen und Streiks!</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Interview: “Ich will den Mädchen raten, sich trotzdem nichts gefallen zu lassen.”</title>
		<link>https://kommunistischejugend.at/2012/09/interview-ich-will-den-madchen-raten-sich-trotzdem-nichts-gefallen-zu-lassen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[RedakteurIn]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Sep 2012 22:24:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA["vorneweg" - unsere Bundeszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Lehre]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Alltagsleben eines Lehrlings ist ohnehin meistens sehr hart. Es gibt nicht viele Rechte und selbst die wenigen vorhandenen werden oft mit Füßen getreten. Der gelockerte Kündigungsschutz erschwert es den Jugendlichen zusätzlich, sich gegen Ausbeutung und Unterdrückung zu wehren. Steigende&#8230; <a class="continue" href="https://kommunistischejugend.at/2012/09/interview-ich-will-den-madchen-raten-sich-trotzdem-nichts-gefallen-zu-lassen/">Weiterlesen<span> Interview: “Ich will den Mädchen raten, sich trotzdem nichts gefallen zu lassen.”</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Alltagsleben eines Lehrlings ist ohnehin meistens sehr hart. Es gibt nicht viele Rechte und selbst die wenigen vorhandenen werden oft mit Füßen getreten. Der gelockerte Kündigungsschutz erschwert es den Jugendlichen zusätzlich, sich gegen Ausbeutung und Unterdrückung zu wehren. Steigende Jugendarbeitslosigkeit erhöht den Druck auf die jungen ArbeiterInnen, scheinbar noch mehr aushalten zu müssen, um den Ausbildungsplatz zu behalten. Jedoch werden die meisten Lehrlinge als billige Arbeitskräfte ausgebeutet, anstatt qualifi ziert ausgebildet und in der Regel auch noch schlecht behandelt.</p>
<p>Als junge Frau in der Lehre ist man doppelt betroffen, weil natürlich Sexismus auch vor den Lehrbetrieben nicht Halt macht. Ergreift man nun als junge Frau einen Lehrberuf, der von Männern dominiert wird, muss man sich häufi g gegen sexistische Diskriminierungen zur Wehr setzen. Daniela* ist 19 Jahre alt und gelernte Bäckerin. Nach ihrer Lehrabschlussprüfung fand sie ihren Weg in die KJÖ, wo sie in der AG JungarbeiterInnen organisiert ist. Vorneweg sprach mit Daniela über ihre Lehrzeit, ihre Erfahrungen mit Sexismus im Arbeitsalltag und ihre Gegenstrategien.</p>
<p><em>VORNEWEG</em>: Daniela, warum hast du dich für die Lehre als Bäckerin entschieden?</p>
<p>DANIELA: Lange wusste ich nicht was ich machen sollte. Als ich dann nach verschiedenen Überlegungen in der Bäckerei Schnuppertage gemacht habe, stand für mich fest, dass ich Bäckerin werden möchte. Dieses Handwerk liegt mir einfach sehr.</p>
<p><em>VORNEWEG</em>: Haben sich deine Erwartungen an die Lehre erfüllt?</p>
<p>DANIELA: Na ja, so große Erwartungen hatte ich damals noch nicht. Dass eine Lehre kein Zuckerschlecken ist, dachte ich mir vorher schon. Ich musste halt einen Beruf erlernen und Geld verdienen. Lehrstellen gibt’s ja auch nicht wie Sand am Meer, und schon gar nicht, wenn man eine Sparte bevorzugt. Und ich wollte unbedingt Bäckerin werden. Also hab ich den Kopf hingehalten und die Sache durchgezogen.</p>
<p><em>VORNEWEG</em>: Welche Erfahrungen hast du dann in der Lehre gemacht?</p>
<p>DANIELA: Teils, teils. Ich habe gute Erfahrungen gemacht, aber auch sehr schlechte. Ich habe in meinem Betrieb das Bäckerhandwerk ausgezeichnet erlernt. Aber der Weg dorthin war lang und beschwerlich. Als Lehrling hat man, und vor allem frau, einfach keinerlei Rechte. Du büßt einfach jede Sünde. Damit mein ich jeden kleinen Fehler. Bei mir gab’s manchmal sogar Strafarbeit. Obwohl das ja bekanntlich verboten ist.</p>
<p><em>VORNEWEG</em>: Du sagst, vor allem frau hat keinerlei Rechte, kannst du darauf bitte etwas näher eingehen?</p>
<p>DANIELA: Nun ja, in der Bäckerei sind hauptsächlich Männer vertreten und die ältere Generation bleibt sowieso auch lieber unter sich. Die Männer sind quasi die Experten – glauben sie zumindest – und die Alten holen die Jungen nach in ihren Kreis. Als Frau bist du außen vor, ganz egal wie gut und fleißig du arbeitest. Also musst du dich als Frau tagtäglich beweisen. Auf eine faire Anerkennung oder Leistungsbeurteilung kannst du da lange warten.</p>
<p><em>VORNEWEG</em>: Bist du also oft mit Sexismus konfrontiert gewesen?</p>
<p>DANIELA: Oh ja, sehr oft. Mal einen Klaps auf den Po, das hat es immer gegeben. Auch vom Chef selber. Der Chef hat ja auch immer darauf bestanden, dass ich den Abwasch mache, weil das ja schließlich Frauenarbeit ist, so hat er das immer bezeichnet. Eine absolute Frechheit war das! Ich war halt bis zu meinem dritten Lehrjahr die einzige Frau im Betrieb, dann kam eine Kollegin dazu und wir waren Gott sei dank zu zweit, da wurde vieles besser. Aber davor war ich die einzige Frau. Daher durfte ich immer den Abwasch machen und das, obwohl es auch weitaus jüngere Lehrlinge wie mich gab, die erst im ersten Lehrjahr waren.</p>
<p><em>VORNEWEG</em>: Hast du dich jemals gegen die sexuellen Belästigungen oder unfairen Behandlungen gewehrt?</p>
<p>DANIELA: Ja schon, vor allem verbal. Auf den Mund gefallen bin ich ja nie gewesen. Das hat mir aber auch nicht wirklich geholfen, aber ohne mich dagegen zu lehnen, wär’s unerträglich gewesen. Es fühlt sich immer besser an, wenn man irgendwie Widerstand zeigt, egal auf welche Art, da hat eh jede ihre eigenen Wege. Aber nur passives Erleiden bringt uns innerlich um auf die Dauer.</p>
<p><em>VORNEWEG</em>: Was würdest du jungen Frauen in derselben Situation raten? Immerhin traut sich nicht jede zurück zureden.</p>
<p>DANIELA: Ja, das stimmt. Ist ja auch ein Risiko. Weil als Lehrling kannst du ja mittlerweile viel schneller gekündigt werden. Ich will den Mädchen raten, sich trotzdem nichts gefallen zu lassen. Es gibt viele Möglichkeiten. Wenn es einen Betriebsrat oder einer Jugendvertrauensrat gibt, können sie sich auch an diesen wenden. Und auch bei der Arbeiterkammer kann man sich über Diskriminierung, sexuelle Belästigung und Mobbing beschweren. Das ist nämlich auch alles verboten und in manchen Fällen kann man sogar Entschädigungen und Schmerzensgeld einklagen. Wichtig ist vor allem, sich nicht zu verstecken, sondern sich Unterstützung zu holen und dann auf die Hinterbeine zu stellen. Oft hilft es schon, wenn man andere Leute, egal ob drinnen oder draußen, einweiht. Dann hat man beim nächsten Übergriff schon ein bisschen weniger das Gefühl, allein zu sein und mehr Selbstbewusstsein, sich zu wehren.</p>
<p><em>VORNEWEG</em>: Willst du zum Abschluss noch etwas loswerden?</p>
<p>DANIELA: Ich will den Lehrlingen und vor allem den weiblichen Lehrlingen noch sagen: Mädels, lasst euch ja nicht unterkriegen! Steht für eure Rechte ein, alles was ihr über euch ergehen lässt, wird nur noch schlimmer. Und vor allem, schließt euch mit Gleichgesinnten zusammen, in eurem Betrieb, aber auch außerhalb. Ihr seid nicht allein, wir sind viele. Ihr würdet nicht glauben, wie viele wir sind, wenn wir alle zusammen stehen. Nur allein machen sie dich ein!</p>
<p><em>VORNEWEG</em>: Danke für das Gespräch, Daniela!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>*Name wurde von der Redaktion geändert</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Österreich sucht den Superlehrling?</title>
		<link>https://kommunistischejugend.at/2012/04/osterreich-sucht-den-superlehrling/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[RedakteurIn]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 13:55:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitskampf]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Lehre]]></category>
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					<description><![CDATA[Als ob die Lehrlingsausbildung an sich für die meisten nicht schon hart genug wäre, wird auch noch der Antritt einer Lehre zunehmend schwieriger. Es gibt immer mehr arbeitssuchende Jugendliche und immer weniger Lehrstellen. Dieser Zustand führt dazu, dass AnwärterInnen für&#8230; <a class="continue" href="https://kommunistischejugend.at/2012/04/osterreich-sucht-den-superlehrling/">Weiterlesen<span> Österreich sucht den Superlehrling?</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://kommunistischejugend.at//wp-content/uploads/2012/11/AJugend_klein.jpg"><img decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-136" title="AJugend_klein" src="https://kommunistischejugend.at//wp-content/uploads/2012/11/AJugend_klein-300x193.jpg" alt="" width="300" height="193" /></a>Als ob die Lehrlingsausbildung an sich für die meisten nicht schon hart genug wäre, wird auch noch der Antritt einer Lehre zunehmend schwieriger. Es gibt immer mehr arbeitssuchende Jugendliche und immer weniger Lehrstellen. Dieser Zustand führt dazu, dass AnwärterInnen für Lehrstellen sich einem Hürdenlauf unterziehen müssen, der einem entwürdigendem Casting gleichkommt.Die Lehre wird zwar in der öffentlichen Meinung immer attraktiver, die Stellenausschreibungen wirken wie Werbespots, aber für den Großteil bleiben es leere Versprechungen. Das Recht auf Arbeit wird den meisten jungen Menschen verwehrt. Das Beispiel von Christian (Name v.d. Red. geändert), 17 Jahre, schildert, wie es zu vielen Jugendlichen in Österreich ergeht.</p>
<p>VW: Christian, wie lange suchst du bereits eine Lehrstelle?</p>
<p>Ch: Bald sind es zwei Jahre.</p>
<p>VW: Gibt es einen Bereich, der dich besonders interessieren würde?</p>
<p>Ch: Da mich die Bearbeitung von Metall schon immer fasziniert hat, wollte ich Maschinenbautechniker werden, will ich eigentlich nach wie vor, aber nachdem ich ein halbes Jahr in dem Bereich nichts gefunden habe, dachte ich mir, ich muss wohl nehmen was kommt.</p>
<p>VW: Hast du deine Suche ausgeweitet?</p>
<p>Ch: Gezwungenermaßen. Ich dachte mir, bevor ich gar nichts habe, versuche ich es alternativ in der Holzbranche, ohne Erfolg. Gastgewerbe und Dienstleistung hab ich bisher ausgespart, weil das einfach nichts für mich ist.</p>
<p>VW: Wie wurden die Absagen begründet?</p>
<p>Ch: Unterschiedlich, meistens, dass sie entweder gar keine oder aktuell keine Lehrlinge aufnehmen. Die haben nur ein bestimmtes Kontingent. Am ärgsten war, was mir erst vor kurzem passiert ist. Da hab ich mich bei einem großen Konzern beworben, die nehmen da 100 Bewerbungen entgegen, nach der Prüfung kommen 40 weiter und im Endeffekt nehmen sie nur zehn Lehrlinge auf. Da muss man verschiedene Prüfungen machen und da wird dann ausgesiebt. Ich habe bei solchen Auswahlverfahren schon ein paar Mal mitgemacht und da fühlst du dich nachher wie der letzte Idiot, weil es wirklich nicht einfach ist durchzukommen. Vor allem versteh ich nicht, wozu man eine Prüfung ablegen soll, BEVOR man die Lehre antritt. Eigentlich sollte das 9. Schuljahr reichen, denkt man.</p>
<p>VW: Werden einem außer den Auswahlverfahren noch andere Steine in den Weg gelegt?</p>
<p>Ch: Ja, da gibt es noch andere Schikanen. Zum Beispiel, was bei der letzten Geschichte am ärgerlichsten war, dass ich diesmal gar nicht erst soweit gekommen bin, weil meine Anmeldung irgendwie verloren gegangen ist. Als ich nachgefragt habe, warum ich noch keine Infos erhalten habe, wurde mir gesagt, dass keine Anmeldung vorliegt und das wahrscheinlich mit einem Serverdefekt zusammenhängt. Und obwohl die Anmeldung noch innerhalb der Frist war, nahmen sie sie nicht mehr entgegen. Da hab ich mich schon ziemlich verarscht gefühlt. Vor allem, da schreiben sie ständig großartig aus, von wegen „deine Lehre, deine Zukunft“, dabei kommt man nicht mal soweit. Nur weil die Konzerne nicht mehr in Lehrlingsausbildung investieren wollen, müssen wir uns als Bittsteller zum Affen machen.</p>
<p>VW: Danke für das Gespräch!</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Bist auch du arm?</title>
		<link>https://kommunistischejugend.at/2012/03/bist-du-auch-arm/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[RedakteurIn]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Mar 2012 14:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitskampf]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrlinge]]></category>
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					<description><![CDATA[Die aktuelle Armutsgrenze in Österreich liegt bei 994 Euro im Monat. „Schließlich bin ich ein einfacher Mensch. Schauen Sie sich nur meine billige Swatch-Uhr an. Mir reichen 10.000 Euro im Monat.“ (Mirko Kovats, österreichischer Unternehmer und selbsternannter „Turbokapitalist“ im Format-Interview,&#8230; <a class="continue" href="https://kommunistischejugend.at/2012/03/bist-du-auch-arm/">Weiterlesen<span> Bist auch du arm?</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://kommunistischejugend.at//wp-content/uploads/2012/11/Bist-auch-du-arm.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-136" title="Bist-auch-du-arm" src="https://kommunistischejugend.at//wp-content/uploads/2012/11/Bist-auch-du-arm-212x300.jpg" alt="" width="212" height="300" /></a>Die aktuelle Armutsgrenze in Österreich liegt bei 994 Euro im Monat.</p>
<p>„Schließlich bin ich ein einfacher Mensch. Schauen Sie sich nur meine billige Swatch-Uhr an. Mir reichen 10.000 Euro im Monat.“ (Mirko Kovats, österreichischer Unternehmer und selbsternannter „Turbokapitalist“ im Format-Interview, Herbst 2010)</p>
<p><strong>Lehrjahre sind keine Herrenjahre? Nicht mit uns!</strong></p>
<p><strong>Musst du auch … massenhaft für die Berufsschule lernen?</strong></p>
<p><strong>Wusstest du, dass …dein Chef für deinen Erfolg bei der LAP eine Prämie bis zu 250 Euro kassiert?</strong></p>
<p><strong>Musst du auch … oft unentgeltliche Überstunden machen?</strong></p>
<p><strong>Wusstest du, dass … das unter 18 Jahre grundsätzlich verboten ist und dir dafür 50% extra zustehen?</strong></p>
<p><strong>Musst du auch … immer wieder Wochenend- und Feiertagsschichten schieben?</strong></p>
<p><strong>Wusstest du, dass … du im Regelfall laut deinem KV dafür Zuschläge bis zu 100% erhalten musst?</strong></p>
<p>Kein Einkommen zum Auskommen, ganz unten in der Betriebshierarchie und die ohnehin wenigen Rechte werden noch mit Füßen getreten. So sieht der Alltag der meisten Lehrlinge aus: schlechte Bezahlung und schlechte Behandlung. Wir sind aber der Meinung, dass junge arbeitende Menschen sich nicht alles gefallen lassen müssen! Wenn wir uns zusammenschließen, können wir uns besser wehren. Helfen wir uns gegenseitig, in dem wir Erfahrungen austauschen, uns gemeinsam Widerstandsformen überlegen oder einfach nur Dampf ablassen. Weil allein machen sie dich ein!</p>
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